DFB-Pokal : HSV erst nach Elfmeterschießen gegen Düsseldorf weiter

Zweitligist Fortuna Düsseldorf trifft in der 120. Minute zum 3:3-Ausgleich gegen den Hamburger SV - und verliert dann, weil Frank Rost zwei Elfmeter hält.

Richard Leipold[Düsseldorf]
DFB-Pokal - Fortuna Düsseldorf - Hamburger SV
Schwer zu stoppen. Der HSV hatte Mühe mit Fortuna.Foto: dpa

Auf den bedeutenden Bühnen des deutschen Fußball hatte Fortuna Düsseldorf mehr als zehn Jahre keine Rolle gespielt. Im Erstrundenspiel des DFB-Pokals gegen den Hamburger SV bekam der Zweitliga-Aufsteiger aber nicht nur einen Live-Auftritt im Fernsehen, sondern sogar die Chance, den welken Pokalruhm längst vergangener Zeit wieder aufzufrischen. In einer zeitweise fesselnden Partie musste sich die Fortuna erst nach einem 1:4 im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Nach 90 Minuten hatte es 2:2, nach der Verlängerung 3:3 gestanden. Piotr Trochowskis Elfmetertor aus der 95. Minute schien den Hamburgern den lange holprigen Weg in die zweite Hauptrunde schon geebnet zu haben, doch in der Schlussminute der Verlängerung überwand Andreas Lambertz mit einem abgefälschten Schuss noch Frank Rost.

Rost hält auf ungewöhnliche Art

Hamburgs Torwart wurde dann aber zum Helden des Abends, als er Elfmeter von Sebastian Heidinger und Olivier Caillas hielt. Bei seiner ersten Glanztat bekam Rost den Ball ins Gesicht und musste für kurze Zeit blutend vom Platz. Doch das hinderte ihn nicht daran, gleich den nächsten Elfmeter erneut abzuwehren  - diesmal per Hand.

Norbert Meier, der Düsseldorfer Trainer, hatte versprochen, seine Elf werde „nicht vor Ehrfurcht erstarren“. Er behielt recht. Meiers Mannschaft trat dem Favoriten aus der ersten Liga mutig entgegen. Nicht einmal durch den frühren Gegentreffer von Mladen Petric (4.) ließ die Heimelf sich einschüchtern. Angetrieben von ihren begeisterten Fans zeigten die Düsseldorfer sich als kampf- und konterstarker Widersacher. Unbeeindruckt vom forschen Beginn des Bundesligaklubs suchten sie ihre Chancen; zwei davon nutzten sie sogar. Zunächst spitzelte Oliver Fink die Kugel nach einem Freistoß des auffälligen Mittelfeldspielers Marco Christ zum Ausgleich ins Tor (11.).

Selbstbewusste Fortuna

Von nun an war das Spiel offen; nichts zu sehen von einem Klassenunterschied. Die Fortuna trat erstaunlich selbstbewusst auf und ging, ein wenig überraschend, sogar in Führung, wenn auch mit Hilfe eines Hamburgers. Von Christ präzise angespielt, suchte Olivier Caillas zielstrebig den Weg zum Tor und ließ sich auch von Jerome Boateng nicht aufhalten – der HSV-Verteidiger lenkte den Schuss des Düsseldorfers ins eigene Tor (16.).

Welch ein fulminanter Start – von beiden Mannschaften. Die Hamburger spielten in der Anfangsphase  nicht einmal schlecht, auch ohne den gesperrten Kapitän David Jarolim und ihre beiden neuen Stars David Rozehnal und Eljero Elia, die noch nicht zum Aufgebot gehörten. Im Abschluss zeigte sich der Favorit, der den Stürmer Paolo Guerrero von der 13. Minute an ersetzten musste, aber nicht konzentriert genug. Kurz vor der Pause hätte die Fortuna ihren Vorsprung ausbauen können. Doch Christ und Jovanovic scheiterten am hervorragend reagierenden Rost. Dennoch verabschiedeten die Düsseldorfer Fans unter den gut 35.000 Zuschauern ihre Mannschaft mit frenetischem Beifall in die Pause.

Im zweiten Durchgang hatte abermals die Bundesligamannschaft den besseren Start. Nach allerlei Fehlversuchen erzielte Trochowski mit einem wuchtigen Distanzschuss das 2:2 (54.). Der HSV entwickelte nun eine gewisse Dominanz, wirkte aber nicht souverän, sondern geriet bei Gegenstößen der unbeugsamen Heimelf einige Male in Bedrängnis. So erzwang der Außenseiter eine Verlängerung.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben