Sport : DFB-Pokal: Im Osten nichts Neues

Bayern München kann gegen Teams aus den neuen Bundesländern in dieser Saison nicht gewinnen und hat durch seinen "Ost-Komplex" auf blamable Weise auch den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals verspielt. Im Nostalgie-Duell der zweiten Runde unterlag der deutsche Meister und Cupverteidiger dem Oberligisten viertklassigen 1. FC Magdeburg sensationell 4:2 im Elfmeterschießen. Nach 90 Minuten und Verlängerung hatten die kampfstarken Gastgeber dem Starensemble ein 1:1 (0:0) abgetrotzt. Magdeburg als einziger Europacup-Gewinner der ehemaligen DDR nahm damit 26 Jahre nach dem legendären Europacup-Vergleich beider Teams erfolgreich Revanche für das damalige Achtelfinal-Aus im Landesmeister-Wettbewerb.

Den K.o. des Rekordpokalsiegers im Elfmeter-Roulette besiegelten Hannemann mit dem vierten Schuss im Elfmeterroulette nach vorherigen Fehlversuchen von Nationalspieler Jens Jeremies und Giovane Elber gegen FC-Keeper Miroslav Dreszer. Elf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatte der eingewechselte Bosnier Hasan Salihamidzic die Bayern noch in die Verlängerung retten können, nachdem Senegalese Adolphus Ofodile (65.) die Gastgeber unter dem Jubel der 26 000 Zuschauer sensationell in Führung gebracht hatte.

Magdeburgs Coach Eberhard Vogel wollte dem zehnmaligen Pokalsieger mit Kontern begegnen. Die Taktik des früheren DDR-Auswahlstürmers wäre beinahe schon in der 23. Minute aufgegangen, als Ofodile dem Schweizer Ciriaco Sforza entwischte, den Ball allerdings aus 14 Metern über das Münchner Tor schoss. Aber auch die Gäste hatten gefährliche Szenen. In der 21. Minute lenkte Magdeburgs Torwart Dreszer einen Kopfball von Carsten Jancker über die Latte. Paulo Sergio verfehlte in der 27. Minute das Tor und scheiterte 16 Minuten später mit einem Flachschuss an Drezer.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld forderte zur Halbzeit von seinen Mannen eine "Tempoerhöhung" und einen "schnellen Treffer". Zwar schalteten die Münchner zunächst auch einen Gang höher, doch das erste Tor erzielten die Platzherren: Ofodile fälschte 20 Minuten den Schuss eines Teamkollegen unmittelbar vor Torhüter Oliver Kahn entscheidend ab, so dass der Ball unhaltbar über die Linie sprang. Die begeisterten Zuschauer feierten Magdeburg trotz einsetzenden Regens mit Sprechchören, bis Salihamidzic die Euphorie mit seinem Flachschuss aus 14 Metern spürbar dämpfte.

"Die kämpfen wie die Wahnsinnigen", lobte Münchens Manager Uli Hoeneß den Gegner nach den regulären 90 Minuten, baute aber auf die bessere Kondition seines Teams. In der Verlängerung ließen die Kräfte der Gastgeber auch nach, dennoch schafften sie noch die erträumte Sensation.

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