DFB-Pokal : Jansen fiebert Pokal-Hit gegen alten Klub entgegen

In der Bundesliga beherrscht der FC Bayern die Konkurrenz, eine Liga tiefer dominiert Mönchengladbach das Geschehen. Das Aufeinandertreffen im Pokal ist für einen Münchner Spieler von besonderer Bedeutung.

Heinz Büse[dpa]
Jansen
Energisch im Zweikampf: Marcell Jansen (r.) setzt sich gegen Dortmunds Nelson Valdez durch. -Foto: ddp

MünchenRekordmeister gegen Altmeister, Tabellenführer gegen Spitzenreiter - das Schlagerspiel der zweiten DFB-Pokalrunde zwischen dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach weckt nostalgische Gefühle, birgt jedoch nicht nur aus historischen Gründen reichlich Brisanz. Zwar ist es kein Kampf auf Augenhöhe, wohl aber eine Begegnung zweier Vorzeigeklubs verschiedener Spielklassen. Bei Mönchengladbachs Trainer Jos Luhukay ist die Vorfreude auf die Neuauflage des Fußball-Klassikers am Mittwoch (20.30 Uhr/live im ZDF) größer als der Respekt vor dem scheinbar übermächtigen Gegner: "In der Zweiten Liga sind wir der Reizgegner, in der Bundesliga die Bayern. Das ist ein Spiel, das man richtig genießen kann."

Pokalspiel als prickelnde Angelegenheit

Gemeinsam stiegen die Klubs 1965 in die Bundesliga auf und kämpften in den 70er Jahren um die Vorherrschaft im deutschen Fußball. Obwohl sich die einstigen Erzrivalen in den vergangenen Jahren unterschiedlich entwickelten, machen viele Parallelen den Pokalhit zu einer prickelnden Angelegenheit. Beide Teams führen die Tabelle an, erzielten die meisten Treffer und stellen den erfolgreichsten Torjäger.

Von solchen Vergleichen hält der einstige Bayern-Profi und derzeitige Mönchengladbacher Sportdirektor Christian Ziege allerdings nur wenig: "Der kleine Unterschied ist, dass die Bayern diesen Lauf in der Bundesliga haben." Bei realistischer Sicht der Dinge sind die Rollen klar verteilt. Keines der bisherigen fünf Pokal-Duelle konnte die Borussia für sich entscheiden, in der Bundesliga verbuchte sie in 40 Spielen beim FC Bayern nur einen Sieg.

Und doch warnt Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld seine Spieler davor, den seit acht Spielen ungeschlagenen Gegner zu unterschätzen: "Das ist sehr, sehr gefährlich. Gegen Gladbach wartet Schwerstarbeit, dort herrscht Euphorie. Von daher wird es fast ein Spitzenspiel."

Besonders motiviert geht Marcell Jansen die Partie an. Der vor der Saison für über zehn Millionen Euro vom Niederrhein an die Isar gewechselte Nationalspieler will die Fan-Liebe zu seinem Ex-Klub für ein Spiel ruhen lassen. "Ich würde es Gladbach gegen jeden Gegner gönnen, nur gegen uns nicht", sagte der hochmotivierte 21-Jährige, dessen Familienmitglieder sich nicht einig sind, wem sie die Daumen drücken sollen. In der Vorbereitung gewann Gladbach in einem Test 2:1, doch im Ernstfall will der FC Bayern zurückschlagen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben