DFB-Pokal : Kickers Offenbach: Schlägt der Pokalschreck wieder zu?

Sieben Erst- und Zweitligisten sind in den vergangenen viereinhalb Jahren im DFB-Pokal an Kickers Offenbach gescheitert. Auch gegen Borussia Mönchengladbach rechnet sich der aktuelle Viertligist etwas aus.

Ansichtssache: Egal wie das Pokalspiel zwischen Gladbach und Offenbach ausgeht, Andre Hahn (r., im Trikot der Kickers Offenbach) kann heute nur verlieren - oder gewinnen.
Ansichtssache: Egal wie das Pokalspiel zwischen Gladbach und Offenbach ausgeht, Andre Hahn (r., im Trikot der Kickers Offenbach)...Foto: dpa

André Hahn hat sich wirklich gefreut, als er von der Auslosung für das Achtelfinale des DFB-Pokals erfahren hat. Der Nationalspieler war mit seinen Kollegen von Borussia Mönchengladbach unterwegs und hat nach eigener Aussage den ganzen Mannschaftsbus zusammengeschrien. Man kann sich als Bundesligist ja auch freuen, wenn einem Kickers Offenbach, der einzige verbliebene Viertligist, zugelost wird. Aber Hahn hätte es eigentlich besser wissen müssen. Er hat in seiner Zeit bei den Kickers (Juni 2011 bis Januar 2013) selbst seinen Teil dazu beigetragen, dass der Klub den Kampfnamen Pokalschreck trägt.

Sieben Erst- und Zweitligisten sind in den vergangenen viereinhalb Jahren im DFB-Pokal gegen Kickers Offenbach gescheitert. Nach dem späteren Deutschen Meister Borussia Dortmund im Herbst 2010 erwischte es in dieser Saison die Zweitliga-Spitzenteams Ingolstadt und Karlsruhe. „Als ich da war, haben wir gegen Greuther Fürth, Union Berlin und Fortuna Düsseldorf gewonnen, ehe wir gegen Wolfsburg leider rausgeflogen sind“, erinnert sich Hahn. Sollte er mit seinem aktuellen Verein gegen seinen ehemaligen Verein scheitern, blieben ihm zumindest privat einige Scherereien erspart. Hahn hat seine Freundin in seiner Zeit bei den Kickers kennengelernt, ihre ganze Familie besteht aus OFC-Fans – und sollte er die Kickers aus dem Pokal schießen, hat sie ihm mit der Verbannung aus dem gemeinsamen Schlafzimmer gedroht.

Auch wenn ein Sieg des Bundesliga- Dritten (20.30 Uhr, live in der ARD und bei Sky) der Normalfall wäre– die Offenbacher rechnen sich auf dem erstmals seit dem Umbau ausverkauften Bieberer Berg etwa aus. „Vielleicht können wir ja wieder Pokal-Geschichte schreiben“, sagt Trainer Rico Schmitt. „Da ist dieses Wir- Gefühl und eine Urkraft, die in dieser Mannschaft steckt. Davor hat sicher auch Mönchengladbach Respekt.“ Schon einmal sind die Borussen auf dem Bieberer Berg gescheitert. Im November 1989, einen Tag nach dem Mauerfall, unterlagen sie, ebenfalls im Achtelfinale, dem damaligen Drittligisten 0:1. Vier Jahre später, revanchierten sich die Gladbacher mit einem 1:0 und wurden später Pokalsieger.

„Wir werden auch diesmal alles raushauen für eine Überraschung“, sagt Daniel Endres, der Torhüter und Kapitän des OFC. Die Offenbacher sind Tabellenführer der Regionalliga Südwest, haben allerdings in diesem Jahr noch kein Pflichtspiel bestritten. „Wir sind ehrfürchtig, aber nicht demütig“, sagt Stürmer Markus Müller. Beide haben allerdings nur wenig Hoffnung, dass die Gladbacher ihre Mannschaft vielleicht nicht ganz so ernst nehmen. „André Hahn wird schon dafür sorgen, dass das nicht passiert“, sagt Endres. (dpa)

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