DFB-Pokal : Skandalspiel mit Nachspiel

Das Pokalspiel von Hertha BSC bei den Stuttgarter Kickers wird ein juristisches Nachspiel haben. Der Hooligan, der den Linienrichter am Kopf traf, muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Frankfurt/Main - Einen Tag nach dem Spielabbruch der DFB-Pokal-Partie zwischen den Stuttgarter Kickers und Hertha BSC Berlin haben das Sportgericht und der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ihre Ermittlungen aufgenommen. Wie der DFB mitteilte, wird das Sportgericht in erster Instanz über die Spielwertung entscheiden. Beide Vereine seien vom Vorsitzenden Rainer Koch aufgefordert worden, noch am Donnerstag eine Stellungnahme zu dem Vorfall abzugeben.

Bis Anfang nächster Woche haben die Kickers zudem Gelegenheit, zum Sonderbericht von Fifa-Schiedsrichter Michael Weiner Stellung zu nehmen. Anschließend wird der DFB-Kontrollausschuss über eine etwaige Anklageerhebung beim DFB-Sportgericht wegen des Vorkommnisses entscheiden. Dem schwäbischen Regionalligisten drohen eine Geldstrafe und eine Platzsperre.

Die Pokal-Begegnung im Stuttgarter Degerloch war am Mittwochabend in der 81. Spielminute beim Stande von 2:0 für Berlin abgebrochen worden, nachdem Schiedsrichter-Assistent Kai Voss aus dem Zuschauer-Block der Kickers-Fans von einem gefüllten Bierbecher aus Hartplastik am Rücken getroffen worden war. Voss wurde noch auf dem Platz ärztlich behandelt, konnte jedoch seine Linienrichter-Tätigkeit nicht weiter ausüben.

Der mutmaßliche Täter wurde noch am Abend festgenommen, ist mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 38-jährigen Stuttgarter, der bereits als Hooligan bekannt ist. Der Mann sei wegen Gewalttätigkeiten bei Spielen des Lokalrivalen VfB mehrfach mit der Polizei in Konflikt geraten. Er sei aber "seit gut zehn Jahren nicht mehr aufgefallen und galt als Alt-Hooligan" sagte ein Polizeisprecher "Spiegel-Online". Es habe kein Stadionverbot gegen ihn bestanden. (tso/ddp)

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