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DFB-Pokal : Union siegt mühevoll in Essen

Zweitligist Union Berlin ist in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Das entscheidende Tor fiel in der letzten Minute der Verlängerung.

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Der Essener Stefan Grummel (re.) und Marc Pfertzel von Union Berlin kämpfen um den Ball.
Der Essener Stefan Grummel (re.) und Marc Pfertzel von Union Berlin kämpfen um den Ball.Foto: dpa

Ein letzter langer Ball. Einmal noch hoch in den Strafraum, so nah wie möglich an das Tor von Rot-Weiss Essen. Vielleicht geht ja noch was. Vielleicht. Solche oder ähnliche Gedanken werden den Spielern des 1. FC Union wohl durch den Kopf gegangen sein, am Ende der Verlängerung ihres DFB-Pokalspiels bei Rot-Weiss Essen. Und es ging tatsächlich noch was. Als sich alle im mit 13 600 Zuschauern besetzten Stadion auf ein Elfmeterschießen einstellten, kam der Ball noch einmal hoch vor den Essener Strafraum. Patrick Zoundi legte ihn per Kopf millimetergenau zwischen zwei Essener Verteidiger in den Lauf von Simon Terodde. Unions Stürmer hatte eine Minute zuvor nur den Pfosten getroffen, aber dieses Mal machte er es besser. Terodde spitzelte den Ball ins Tor, der 1. FC Union siegte in letzter Minute 1:0 (0:0) beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen. Damit zog der Berliner Zweitligist zum ersten Mal seit 2002 in den zweite Runde des DFB-Pokals ein.

„Ich bin froh, dass es nicht zum Elfmeterschießen gekommen ist. Denen haben wir schön den Stecker gezogen“, freute sich Terodde. Seine Ablehnung gegen ein mögliches Duell vom Punkt hatte einen Grund: Im vergangenen Jahr siegte Essen 6:5 gegen Union. Damals hatte es nach 120 Minuten 2:2 gestanden.

Tore wollten bei der Neuauflage aber lange nicht fallen. Rot-Weiss verdiente sich das torlose Remis nach 90 Minuten mit großem Kampfgeist und bedingungsloser Leidenschaft. Union war das Bemühen anzusehen, die Entscheidung schnell herbeizuführen. Allerdings vergaben im ersten Abschnitt Silvio und Simon Terodde gute Möglichkeiten zur Führung.

Trainer Uwe Neuhaus hatte im Vergleich zur 0:1-Niederlage im Punktspiel gegen Eintracht Braunschweig einige Änderungen vorgenommen: freiwillig und unfreiwillig. Planmäßig war der Einsatz von Torhüter Daniel Haas. Ersatzkeeper Jan Glinker bekam doch keine Bewährungschance im Pokalwettbewerb, weil die stärkste Formation auflaufen sollte. Das versuchte Neuhaus auch mit dem Einsatz von Patrick Kohlmann zu realisieren, der nach überstandener Bauchmuskelzerrung zu seinem Saisondebüt kamen. Erstmals zum Sprung in die Startelf in dieser Saison reichte es für Christian Stuff und Torsten Mattuschka.

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Stuff rückte für den zwar nach Essen mitgereisten, aber wegen Adduktorenproblemen zum Zusehen gezwungenen Neuzugang Fabian Schönheim in die Innenverteidigung. Neben ihm spielte Roberto Puncec. Allerdings musste der Kroate wegen eines Schlages auf die Wade zur Halbzeit durch Christoph Menz ersetzt werden. Kapitän Mattuschka bekam im zentralen Mittelfeld den Vorzug vor Tijani Belaid. Mattuschka gelang bis zu seiner Auswechslung in der 65. Minute aber nicht besonders viel. Interessanterweise brachte Neuhaus ab diesem Zeitpunkt aber nicht Belaid, sondern erstmals den chilenischen Neuzugang Felipe Gallegos.

Trotz der zahlreichen Änderungen hätte sich Union die Verlängerung ersparen können. Aber Torsten Mattuschka mit einem Fernschuss, Michael Parensen mit einem Pfostentreffer, Patrick Kohlmann mit einem Freistoß und Christoph Menz aus 20 Metern Entfernung konnten den über 1000 mitgereisten Berliner Fans nicht den erhofften Torjubel bescheren.
Nachdem in der ersten Hälfte der Verlängerung wenig passierte, versuchte Union das drohende Elfmeterschießen abzuwenden. Immer wieder war es Terodde, der sich erfolglos probierte. Bis ein letzter langer Ball vor das Tor kam.

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