DFB-Pokal : Union verliert gegen Halle

Der 1. FC Union Berlin hat sich in der ersten Runde des DFB-Pokals blamiert und ist ausgeschieden. Der Zweitligist unterlag dem Regionalligisten Hallescher FC. Bei Unions 0:1-Niederlage flogen Böller.

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Mund abputzen, weitermachen? Für John Jairo Mosquera und Union Berlin hat die Saison mit einem Dämpfer begonnen. Foto: dpa
Mund abputzen, weitermachen? Für John Jairo Mosquera und Union Berlin hat die Saison mit einem Dämpfer begonnen.Foto: dpa

Ein Jahr ist es her, da verlor der 1. FC Union in der ersten Runde des DFB-Pokals mit fünf Toren Unterschied. Der Gegner hieß Werder Bremen, das Ergebnis von 0:5 tat weh, war aber keine Überraschung. Gestern unterlag Union nur mit einem Tor Differenz, und doch war die Blamage unweit größer. Der Kontrahent war nämlich kein übermächtiger Bundesligist, sondern der Hallesche FC aus der Regionalliga. Ein Klassenunterschied zwischen dem Zweit- und dem Viertligisten war bei Unions 0:1 (0:1)-Niederlage vor 9020 Zuschauern in Leipzig jedoch kaum zu erkennen.

Gut die Hälfte der Fans war aus Berlin angereist, doch davon war in den ersten 15 Minuten rein akustisch nichts zu merken. Im Block der Union-Fans blieb es still. Die Anhänger wollten mit der Aktion gegen die ihrer Meinung nach überzogenen Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld des Spiels protestieren. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte das Duell der alten DDR-Oberliga-Rivalen als Problemspiel eingestuft – zu recht, wie sich gegen Spielende zeigte. Halles Fans zündeten Feuerwerkskörper in ihrem Block und warfen Knallkörper auf das Spielfeld. Ein Wurfgeschoss explodierte kurz hinter Unions Torhüter Jan Glinker. Der hielt sich anschließend lange das Ohr, spielte aber bis zum Schluss weiter. „Wir werden keinen Protest beim DFB einlegen“, sagte Union-Sprecher Christian Arbeit. „Wir hatten die Möglichkeit, dieses Spiel auf sportlichem Wege zu entscheiden, haben das aber leider versäumt.“

Versäumt vor allem, weil die Köpenicker insgesamt zu wenig Druck aufbauen konnten. „Dabei haben wir bis zum Gegentor gut gespielt“, fand Trainer Uwe Neuhaus. Santi Kolk und John Jairo Mosquera hätten die Berliner sogar in Führung bringen können, wenn nicht sogar müssen. Beide kamen relativ frei zum Abschluss, doch ihre Schüsse waren zu harmlos. Halle hatte bis dahin nur eine gute Chance, die aber führte prompt zum einzigen Tor des Tages: Nach einem Freistoß stieg Christoph Klippel am höchsten und traf kurz vor der Pause zum 1:0. „Wir wussten, dass der Gegner stark bei Standardsituationen ist und doch konnten wir das Tor nicht verhindern“, sagte Neuhaus.

Union verstärkte nach der Pause seine Bemühungen, aber es fehlte entweder an der letzten Konsequenz im Abschluss, oder die Mannschaft hatte einfach nur Pech. Wie etwa nach gut einer Stunde Spielzeit, als der Hallenser Pavel David einen Schuss von Jerome Polenz im letzten Moment von der Linie holte. Oder einige Minuten später, als ein Freistoß von Patrick Kohlmann an die Latte prallte. „So ist das eben im Pokal“, sagte Unions Mittelfeldspieler Björn Brunnemann. „Der Gegner macht aus einer Chance ein Tor und wir haben fünf, sechs Möglichkeiten und gehen leer aus.“

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