DFB-Pokal : Viel Pflicht, wenig Ehr

Wolfsburg, Schalke und Kaiserslautern tanken mit Pflichtsiegen im DFB-Pokal Selbstvertrauen für die kommenden Ligaaufgaben. Nur im bayrischen Zweitligaduell liefern sich Fürth und Augsburg einen Pokalkrimi mit Überlänge.

Clades für Victoria: Der verheißungsvolle Beiname brachte dem Hamburger Fünftligisten nichts ein gegen den Deutschen Meister von 2009.
Clades für Victoria: Der verheißungsvolle Beiname brachte dem Hamburger Fünftligisten nichts ein gegen den Deutschen Meister von...Foto: dapd

Schalke und Wolfsburg ohne Glanz

José Manuel Jurado hat den in der Bundesliga schwächelnden FC Schalke 04 vor einem weiteren Tiefschlag bewahrt. Mit einem Sonntagsschuss in der 12. Minute besiegelte der Spanier am Dienstag den 1:0 (1:0)-Sieg der „Königsblauen“ in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim Zweitligisten FSV Frankfurt und bescherte dem Vizemeister damit das heiß ersehnte Erfolgserlebnis.

„Ich bin zufrieden, dass wir weitergekommen sind und auch mit dem Auftreten der Mannschaft. Wir haben das Spiel kontrolliert und den Vorsprung gut verwaltet“, sagte Schalke-Coach Felix Magath.

Vor 10.470 Zuschauern im ausverkauften Volksbank-Stadion präsentierte sich der Champions-League-Teilnehmer leicht formverbessert, zog am Ende aber ohne Glanz und Gloria in das Achtelfinale ein. Am Ende bedurfte es einer Glanztat von Nationaltorwart Manuel Neuer, der den Erfolg gegen den frei vor ihm auftauchenden Mike Wunderlich (74.) rettete.

Auch der kriselnde VfL Wolfsburg ist, nicht glorreich, aber erfolgreich in seine „Woche der Wahrheit“ gestartet. Im DFB-Pokalspiel beim Fünftligisten SC Victoria Hamburg setzte sich der deutsche Fußball-Meister von 2009 am Dienstag erst nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit 3:1 (1:0) durch und erreichte am Ende doch noch recht sicher das Achtelfinale.

Vor 8370 Zuschauern im Millerntor-Stadion des FC St. Pauli, in das Oberligist „Vicky“ ausgewichen war, erzielten Peter Pekarik (17. Minute), Josué (52.) und Marcel Schäfer (55.) die Tore für den Bundesliga-13. Dessen unter Druck geratener Coach Steve McClaren hatte von seinen zuletzt schwächelnden Akteuren Siege im Pokalspiel und am Samstag in der Liga gegen Stuttgart gefordert. Für Victoria schaffte Stephan Rahn (71.) den verdienten Ehrentreffer.

Kaiserslautern feiert Lakic

Dank Srdjan Lakic kann der 1. FC Kaiserslautern doch noch gewinnen. Nach zuletzt fünf Niederlagen in der Fußball-Bundesliga zogen die Pfälzer mit einem 3:0 (2:0) gegen Arminia Bielefeld souverän ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Mit drei Treffern (11., 42. und 48. Minute) war der kroatische Torjäger am Dienstagabend vor 17.159 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion der Matchwinner. „Ein perfekter Abend für mich und die Mannschaft“, meinte „Lucky“ Lakic. „Ein Hattrick, das ist natürlich super - für mich und die Mannschaft.“

Nach einer Freistoßflanke von Christian Tiffert nutzte Torjäger Lakic die Unaufmerksamkeit der Bielefelder Abwehr und köpfte zum 1:0 ein. Als Besart Berisha auf der Gegenseite den Ball für die harmlosen Bielefelder plötzlich ins Tor bugsierte, gab Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) den Treffer wegen Abseits nicht (26.).

Auch beim 2:0 durch Lakic leistete Tiffert, dieses Mal mit einem Eckball, die Vorarbeit - wieder konnte der Angreifer unbehelligt hochsteigen und einnicken. Unmittelbar nach der Pause sorgte erneut Lakic für die Entscheidung, als er auf Zuspiel von Bastian Schulz unbedrängt seinen dritten Treffer erzielte. Bielefeld hatte durch einen indirekten Freistoß von Manuel Bölstler (65.) noch eine der ganz wenigen Chancen.

Pokalkrimi in Fürth

Ausgeglichener ging es lange in Fürth zu: Erst in der Verlängerung sorgten Michael Thurk und Nando Rafael für den Einzug des FC Augsburg ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Beim 4:2 (1:0, 1:1)-Sieg im fränkisch-schwäbischen Zweitliga-Duell am Dienstag bei der SpVgg Greuther Fürth waren beide als Doppeltorschützen die Matchwinner.

Nach Fürths Führung durch Kingsley Onuegbu (43. Minute) hatte Torjäger Thurk (79.) den Halbfinalisten der vorigen Saison vor 7945 Zuschauern in der Trolli Arena in die Verlängerung gerettet. Sercan Sararer (109.) glich Augsburgs Führung durch Rafael (98.) aus, doch erneut der Ex-Herthaner (111.) und Thurk (120.) machten Augsburgs Sieg perfekt.

Die Fürther hatten den besseren Start, doch die erste große Torchance besaßen die Gäste. Thurk (14.) vergab freistehend die mögliche Führung. Die offensiveren Fürther scheiterten bei einem Schuss von Nicolai Müller (25.) an Simon Jentzsch, doch drei Minuten vor der Pause war der FCA-Torwart machtlos. Nach feiner Vorarbeit von Müller schoss der Nigerianer Onuegbu die „Kleeblätter“ verdient in Führung. Fürth ließ sich nicht vom Latten-Freistoß von Thurk (50.) beeindrucken, vergab aber durch den eingewechselten Sararer (77.) die Entscheidung. Im Gegenzug erzwang Thurk die Verlängerung, in der Augsburg mehr Power hatte. (dpa/Tsp)


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