DFB-Pokal : Werder, wen wundert’s

Bremen steht zum zehnten Male im Endspiel des DFB-Pokals. Der Titelverteidiger setzte sich gegen den tapfer kämpfenden Zweitligisten FC Augsburg durch und trifft nun im Finale am 15. Mai auf Bayern oder Schalke.

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Nächste Haltestelle Olympiastadion. Marko Marin lässt sich auf dem Weg ins Finale nicht vom Augsburger Jens Hegeler bremsen.
Nächste Haltestelle Olympiastadion. Marko Marin lässt sich auf dem Weg ins Finale nicht vom Augsburger Jens Hegeler bremsen.Foto: dpa

Werders Pokalgeschichte wird zweistellig. Das war die Botschaft, mit der die Bremer Spieler auf ihren T-Shirts über den Rasen trugen. Zum zehnten Mal hat der Klub das Finale des DFB-Pokals erreicht. Und der Ohrwurm „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin“ ist ein Dauerbrenner an der Weser. Kein Bundesligist hat in jüngerer Vergangenheit so regelmäßig die Hauptstadt zwecks DFB-Pokalfinale bereist. Durch ein mühevolles 2:0 (1:0) gegen den tapferen Zweitligisten FC Augsburg zogen die Hanseaten ins Endspiel ein.

Sechsmal haben die Norddeutschen den mit Turmalinen und Nephriten besetzten Goldpokal bereits in die Vereinsvitrine gestellt. Ob das auch nach dem 15. Mai wieder geschieht? Der Erfolgsdruck dafür ist nicht mehr so groß wie im Vorjahr: Weil der Finalgegner (Bayern oder Schalke) mutmaßlich mit der Champions League beschäftigt ist, ist die erneute Teilnahme an der Europa League bereits gesichert. Dem sehenswerten Tor durch Marko Marin (30.) und dem späten Treffer von Claudio Pizarro (84.) sei Dank. Mesut Özil, Schütze des 1:0 im letztjährigen Finale gegen Leverkusen und diesmal Vorbereiter des 1:0, geht fest von einer Titelverteidigung aus: „Wir haben die Meisterschaft verpatzt, sind aus der Europa League geflogen. Wenn wir jetzt den Pott erneut holen, ist alles wieder gut.“

Vorstandschef Klaus Allofs gab zu Protokoll, er habe fest erwartet, „dass wir uns fürs Endspiel qualifizieren.“ Augsburg sei jedoch eine Mannschaft, „die wir in der nächsten Saison in der ersten Liga wiedersehen.“ Den finalen Ruhm und Reibach im Pokal schöpfen jedoch die Pokalspezialisten von der Weser ab, die bis zum Halbfinale allein 3,6 Millionen Euro an Fernsehgeld eingestrichen hatten. Nun kommen weitere garantierte zwei Millionen dazu.

Thurk trifft nur den Pfosten

Werder tat von Beginn an einiges, um sich dieses Zubrot zu verdienen. Die Bremische Bestbesetzung wirkte anfangs bissig und konzentriert, erkämpfte und erspielte sich sogleich eine deutliche Feldüberlegenheit. Zwar stockte der Kombinationsfluss bisweilen, doch Claudio Pizarro (7.) und Clemens Fritz (17.) besaßen gleich die ersten Chancen. Die Führung durch den quirligen Marin nach feinem Doppelpass mit Özil fiel folgerichtig, beim überraschenden Rechtsschuss der Bremer Nummer zehn wurde FCA-Keeper Simon Jentzsch auf dem falschen Fuß erwischt. Der 21-Jährige krönte damit sein wochenlanges Formhoch.

Entmutigen ließ sich der Zweitligist aber nicht, der kurz vor der Pause die große Ausgleichschance besaß, als Torjäger Michael Thurk den Innenpfosten traf (41.) – der 33-Jährige hatte schlicht Pech, dass der Ball nicht hinter die Linie kullerte. Die Szene war im Grunde das Startsignal für die Schwaben, endgültig jegliche Zurückhaltung abzulegen, zumal Werder mehr und mehr die Spielkontrolle entglitt. Die beste Möglichkeit verschluderte wiederum Thurk, der freistehend zu hoch schoss, als Manuel Gräfe entgegen seinem Assistenten nicht auf Abseits entschied (53.). Der Zweite der zweiten Liga spielte in dieser Phase frech und forsch nach vorne. So war der Bremer Sieg lange unsicher, bis Pizarro nach schnell ausgeführtem Freistoß des starken Torsten Frings das entscheidende Tor schoss.

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