DFB-Präsident Grindel : "Das Pokalfinale gehört nach Berlin“

Wenn es nach Reinhard Grindel geht, gehört das Pokalfinale auch in Zukunft nach Berlin und nicht nach Asien. Scharfe Kritik gibt es vom DFP-Präsidenten auch an Vorgänger Theo Zwanziger.

Bayerns Bundesliga-Spieler Hasan Salihamidzic, DFB-Präsident Reinhard Grindel und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).
Bayerns Bundesliga-Spieler Hasan Salihamidzic, DFB-Präsident Reinhard Grindel und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller...Foto: Stache/dpa

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat das Bekenntnis des Deutschen Fußball-Bundes gegen eine Verlegung des Pokalfinals nach Asien bekräftigt. „Ich kann mir vorstellen, dass unsere Nationalmannschaft mal auf eine Asienreise geht und dann auch in Shanghai spielt“, sagte Grindel am Freitag in Berlin bei der Präsentation des Pokals. Aber das DFB-Pokalfinale „gehört nach Berlin, ins Olympiastadion und daran wird nicht gerüttelt“ Zuletzt hatte Kasper Rorsted, Vorstandschef des Nationalmannschaftsausrüsters Adidas vorgeschlagen, das DFB-Pokalfinale aus wirtschaftlichen Gründen auch mal in Shanghai auszutragen.

Bei der Veranstaltung anlässlich des Endspiels zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund betonte Grindel auch, dass es im Pokal weiterhin früh zu Duellen zwischen Bundesliga und unterklassigen Teams kommen soll. Wenn er „die Signale aus der Liga richtig verstehe“, solle „das Prinzip Klein gegen Groß“ bestehen bleiben. Zuletzt hatte es immer wieder Diskussionen über mögliche Freilose für Bundesligaclubs in der ersten DFB-Pokalrunde gegeben.

Grindel kritisiert Aussagen von Theo Zwanziger

Grindel wies die Vorwürfe des ehemaligen DFB Präsidenten Theo Zwanziger in der Debatte um den Grundlagenvertrag scharf zurück. „Ich bin sehr verärgert, dass der frühere DFB-Präsident ein Verfahren rund um den Grundlagenvertrag kritisiert, das er selber erfunden hat“, sagte Grindel am Freitag in Berlin. „Erfunden ist auch die Zahl von 30 Millionen, die angeblich dem DFB verloren gegangen sind.“ Der frühere DFB-Chef Zwanziger hatte dem Deutschen Fußball-Bund vorgeworfen, Amateure und kleine Vereine durch Zusatzvereinbarungen mit der Deutschen Fußball Liga jedes Jahr um mehrere Millionen Euro zu bringen.

„Faktisch verzichtet der DFB jährlich auf rund 30 Millionen Euro für einen gemeinnützigen Verband“, sagte Zwanziger am Donnerstag. Ein Grundlagenvertrag regelt seit 2004 die finanziellen Beziehungen zwischen dem DFB und der DFL als Dachorganisation der 36 Proficlubs. Zuletzt wurde bekannt, dass es seit 2009, also in der Amtszeit Zwanzigers, Zusatzvereinbarungen zu diesem Vertrag gibt. Seit 2013 werden die Zahlungen gedeckelt, so dass der Verband nicht von den steigenden Medieneinnahmen der Liga profitiert.

Dieses Vorgehen verteidigte Grindel. „Es ist so, dass wir vom Grundlagenvertrag und auch der Zusatzvereinbarung sehr profitieren, weil wir dadurch die Möglichkeit haben, mit unseren Nationalspielern zu werben“, sagte er. „Mit diesen Werbeeinnahmen bezahlen wir den gesamten gemeinnützigen Bereich, also die Unterstützungsmaßnahmen, die dem Amateurvereinen zu Gute kommen.“ (dpa)

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