Sport : DFB-Pressechef: "Hooligans können Bewerbung schaden"

Sollten deutsche Hooligans bei der Fußball-Europameisterschaft im Juni in Belgien und den Niederlanden für Randale sorgen, könnte dies negative Folgen für die Bewerbung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2006 haben. Diese Auffassung vertrat DFB-Pressechef Wolfgang Niersbach in Heidelberg. "Die Sicherheitsfrage ist der Knackpunkt. Wir hoffen, dass uns die Hooligans bei der EM nicht schaden. Ansonsten sind wir mit unserer Bewerbung zuversichtlich, aber nicht euphorisch", sagte Niersbach. Er begrüßte in diesem Zusammenhang noch einmal das von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) verhängte Ausreiseverbot für polizeibekannte Stadion-Randalierer. "Wir halten diese Maßnahme für richtig", so Niersbach.

Der DFB-Pressechef betonte, dass es bei einer WM 2006 in Deutschland keine Probleme mit der Sicherheit geben werde, sofern der DFB am 6. Juli in Zürich den Zuschlag erhalte. In der Bundesliga würden zehn Millionen Zuschauer in die Stadien kommen und keine Randale machen. Niersbach erklärte, dass bei der WM 2006 erstmals der ausrichtende Verband die Einnahmen aus dem Kartenverkauf allein behalten dürfe. Der DFB kalkuliert daraus eine Einnahme von umgerechnet rund 325 Millionen Mark.

Weltmeisterschafts-Botschafter Rudi Völler kritisierte noch einmal die Leistung der deutschen Nationalelf beim 1:1 gegen die Schweiz. "Das war eine Katastrophe, uns hat das auch nicht gefallen", sagte der Manager von Bayer 04 Leverkusen. Völler erinnerte allerdings daran, dass sich auch 1990 das spätere Weltmeister-Team "erst kurz vor Ladenschluss" qualifiziert habe und während des Turniers in Italien Länder wie Brasilien oder Argentinien besser gespielt hätten als die Deutschen. "Es wird in den deutschen Medien auch vieles schlechter gemacht", sagte Völler und räumte zugleich ein: "Die vielen anderen Länder haben gegenüber Deutschland in den letzten Jahren aufgeholt."

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