Sport : DFB und DFL finanzieren mehr Dopingtests

Frank Hellmann

Stuttgart - Auch Fußballer müssen künftig täglich ihren Aufenthaltsort mitteilen – selbst in der fußballfreien Zeit. Denn die Trainingskontrollen auf Doping im deutschen Profifußball werden erheblich ausgeweitet. Das Konzept dazu erarbeiten der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und die Nationale Anti-Dopingagentur (Nada); DFB und DFL werden für die Kosten aufkommen. Dies ist die wichtigste Botschaft des Antidoping-Symposiums in Stuttgart, das vom DFB veranstaltet, von Bundesliga-Teamärzten und DFB- Kontrollärzten besucht und von heftigen Diskussionen begleitetet wurde. Den Kern bildete ein provozierendes Referat des Sportmediziners Wilfried Kindermann. „Der Fußball ist keine dopingfreie Zone“, sagte der Chefarzt der deutschen Olympiamannschaft, „aber flächendeckendes und systemimmanentes Doping wie im Radsport schließe ich mit Sicherheit aus.“ Dennoch dürfe der Fußball, den die Nada als mittelgefährdete Sportart für Dopinganfälligkeit einstufte, keine Sonderbehandlung beanspruchen. Zwar wurden vom DFB in der vergangenen Saison 964 Wettkampfkontrollen durchgeführt, doch nur lächerliche 87 Trainingskontrollen. Dieses Schlupfloch zu schließen, hält Kindermann für unverzichtbar: „Wir müssen in dopingsensiblen Phasen, in der Vorbereitung, im Trainingslager und in der Rehabilitation besser kontrollieren. Einige werden sich darüber mokieren, aber nach der Entwicklung der vergangenen Wochen bleibt dem Fußball keine andere Möglichkeit.“ Frank Hellmann

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