DFB verurteilt Junuzovic und Fritz : Geldstrafe für Ehrlichkeit

Wenn Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz geschwiegen hätten, wären sie nicht um 20 000 Euro ärmer. Der DFB erhofft sich von den Geldstrafen „eine Signalwirkung“. Wirklich ernst kann er das aber nicht meinen. Ein Kommentar.

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Gelb für Bayern. Gegen die Münchner sitzen die Spieler ihre Sperre derzeit am liebsten ab. Foto: Imago
Gelb für Bayern. Gegen die Münchner sitzen die Spieler ihre Sperre derzeit am liebsten ab.Foto: Imago

Wenn Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz geschwiegen hätten, wären sie nicht um 20 000 Euro ärmer. Die beiden Fußballprofis von Werder Bremen hatten nach dem vergangenen Bundesliga-Spieltag mehr oder weniger zugegeben, sich im Spiel gegen Hannover 96 absichtlich ihre fünfte Gelbe Karte eingehandelt zu haben, um die fällige Sperre gegen das vermeintliche Überteam des FC Bayern absitzen zu können. Jetzt verhängte das DFB-Sportgericht eine hohe Geldstrafe gegen die beiden Bremer – und bestrafte damit nicht Unfairness, sondern Ehrlichkeit.

Fünf Darmstädter Spieler waren vor kurzem mit dem gleichen Tatbestand ungeschoren davon gekommen. Sie waren einfach so schlau gewesen, ihre Intention für sich zu behalten. Junuzovic und Fritz mussten sich überhaupt nur vor Gericht verantworten, weil sie zu freimütig über ihre kleine Sünde gesprochen hatten. DFB-Richter Hans E. Lorenz sagte zwar nach der Verhandlung: „Durch ihr Geständnis heute sind die beiden gerade noch von der Klinge gesprungen.“ Aber eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Durch ihr ursprüngliches Geständnis hatten sich die beiden ans Messer geliefert.

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Gnade für die Gelbschummler: Geldstrafe für Junuzovic und Fritz
Gnade für die Gelbschummler: Geldstrafe für Junuzovic und Fritz

Lorenz erhofft sich von den Geldstrafen Abschreckung und „eine Signalwirkung“. Wirklich ernst kann er das aber nicht meinen. Das einzige Signal, das von dem Urteil ausgeht, lautet: Spielt ruhig auf Zeit, haltet den Gegner am Trikot fest, holt euch die Karten ab – aber gebt bloß nicht zu, dass dabei Absicht im Spiel war! Für alle Fußballprofis werden die gewitzten Darmstädter das Vorbild bleiben.

Und nicht die ehrlichen Bremer.

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