Sport : DFB: Von Popularität und Verantwortung

Es war still geworden um Egidius Braun. Als bei der Bypass-Operation nach der Europameisterschaft 2000 Komplikationen auftraten, musste sich der heute 76-jährige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausnahmsweise erst einmal um sich, statt um andere kümmern. "Eigentlich war ich schon tot", sagte er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Operation in Berlin, als er den "Goldenen Ball" überreicht bekam. Sein Entschluss von 1998, seine dritte Amtsperiode werde unwiderruflich seine letzte sein, entpuppte sich als weise. So wurde sein Nachfolger Gerhard Mayer-Vorfelder systematisch aufgebaut. In Magdeburg aber wird Braun jetzt noch einmal im Mittelpunkt stehen. Die Delegierten werden ihn zum Ehrenpräsidenten wählen. Wichtiger aber wird "Pater Braun" sein, dass der DFB eine Egidius-Braun-Stiftung ins Leben ruft, die sich um Kinder in Not kümmern wird. In seiner Amtszeit hat sich Braun sehr für sozial- und gesellschaftspolitische Belange eingesetzt. Nicht minder erfolgreich war er bei Strukturreformen im deutschen Fußball und natürlich bei der Bewerbung für die Fußball-WM 2006. Seinen Nachfolgern gibt der streng gläubige Egidius Braun mit auf den Weg: "Fußball ist nicht nur Geldvermehrung. Popularität verpflichtet zur Verantwortung."

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