Sport : DFB will sich ein Wettverbot verordnen

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Berlin Ein Thema steht nicht zur Debatte, obwohl es alle interessiert: die Doppelspitze. Vor dem heutigen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Mainz haben Funktionäre versucht, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen – vergeblich. Der Geschäftsführende Präsident Theo Zwanziger hat längst seinen Kollegen Gerhard Mayer-Vorfelder in den Hintergrund gedrängt. Dass Mayer-Vorfelder bis zur WM 2006 selten in Erscheinung tritt, hoffen nun viele im Verband. So wäre die Doppelspitze, die laut WM-Chef Franz Beckenbauer „nicht funktioniert“, nur theoretischer Natur.

Auf der Tagesordnung steht ein Wettverbot für Schiedsrichter, Spieler und Funktionäre für Spiele ihrer Vereine. Alles andere als eine breite Mehrheit wäre blamabel für den DFB. In die Satzung aufgenommen werden sollen auch klare Einspruchsregeln bei Manipulationen. Laut Antrag hat der benachteiligte Verein „den Nachweis der Spielmanipulation zu führen“. Nur wenn es Hinweise auf Verabredungen vor Spielen gibt, ist die Beweispflicht eingeschränkt. Der DFB setzt damit Urteile seines Sportgerichts um.

Spielwiederholungen soll es nur für die laufende Saison geben; im Pokal nur, wenn der Wettbewerb nicht fortgeschritten ist. Hier haben einige Vereine Bedenken. Ein Antrag von Rot-Weiß Erfurt, den Abstieg aus der Zweiten Liga wegen des Skandals auszusetzen, scheiterte aber auf dem Verbandstag der Profiklubs – und steht damit auf dem DFB-Bundestag nicht zur Debatte. „Wir wollen einen Schlussstrich ziehen“, sagt Liga-Präsident Werner Hackmann. Zumindest beim Wettskandal soll das gelingen. ide

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