DFB : Zwanziger bleibt DFB-Präsident

Der Bundestag des DFB hat Theo Zwanziger im Amt bestätigt. Es gab allerdings auch keinen Gegenkandidaten. Olliver Bierhoff und Matthias Sammer werden in der DFB-Hierarchie nach oben steigen.

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Ein Strauß Blumen. Der neue alte DFB-Präsident freut sich über die Wiederwahl. -Foto: ddp

Mit einem flammenden Appell für Werte und Moral hat Theo Zwanziger seine zweite Amtszeit als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eingeläutet und der großen Fußball-Familie eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung zugeschrieben. Der 62 Jahre alte Jurist wurde am Freitag beim DFB-Bundestag in Mainz ohne Gegenstimme an der Spitze des größten Sportfachverbandes der Welt bestätigt. "Der Fußball hat der Würde des Menschen zu dienen", rief Zwanziger den 252 Delegierten in der Rheingoldhalle zu und kündigte an, sich bis 2010 für dieses Ziel einzusetzen. "Das ist das schönste Amt, das es in Deutschland zu vergeben gibt. Es ehrt mich, dass ich es für weitere drei Jahre ausüben darf. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um dieser Ehre gerecht zu werden", sagte Zwanziger.

Am Tag nach der allseits begrüßten Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw wurde Zwanziger eine um sechs auf nun 18 Personen erweiterte und auf mehreren entscheidenden Positionen veränderte Führungsmannschaft im DFB-Präsidium unterstellt. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff wurden in das Gremium aufgenommen. Horst R. Schmidt ist neuer Schatzmeister, Wolfgang Niersbach Nachfolger des Funktionärsveteranen als DFB-Generalsekretär. "Wir wollen Tradition mit Vision und Innovation verknüpfen, ohne jedem Modetrend hinterher zu hüpfen", sagte Niersbach. Hannelore Ratzeburg wurde als erste Frau in der 107-jährigen DFB-Geschichte ins Präsidium gewählt und wird sich dort als Vizepräsidentin um den Frauen- und Mädchenfußball kümmern.

Kampf dem Rechtsradikalismus im Fußball

In einer leidenschaftlichen Ansprache untermauerte Zwanziger seine Überzeugung von den Pflichten des DFB und verlangte in einem Drei-Punkte-Programm ein klares Bekenntnis zur Eliteförderung, Ausbildung des Nachwuchses und Stärkung der Fußball-Basis. "Orientierung geben und Werte vermitteln ist Aufgabe des Verbandes", sagte er und forderte zu Engagement über den Fußball hinaus auf. "Der Verband darf nicht unpolitisch sein, sondern muss klar auftreten im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Der Ball ist für alle da", betonte Zwanziger. Ausdrücklich warnte er vor einer Vereinnahmung des Fußballs durch rechtsradikale Kräfte. "Die Rattenfänger sind unterwegs und infiltrieren die Sportvereine. Dem müssen alle gemeinsam entgegenwirken."

Reibungslos und geradezu harmonisch verlief der Bundestag. Nur bei der Wiederwahl von Volker Roth zum Vorsitzenden des DFB-Schiedsrichterausschusses enthielten sich die Delegierten der Deutschen Fußball Liga (DFL). Die jüngsten Dissonanzen zwischen DFB und DFL wurden ansonsten mit diplomatischem Geschick umkurvt. "Ich verstehe, dass sie die Positionen der Liga vertreten. Aber der Fußball ist nur in seiner Gänze stark", sagte Zwanziger in Richtung der DFL-Vertreter.

Neuer Grundlagenvertrag mit der DFL angekündigt

Schon bald wird sich zeigen müssen, wie ausgeprägt der Wille zur Kooperation ist. In der ersten Hälfte des Jahres 2008 werden Gespräche über den neuen Grundlagenvertrag geführt, der die wichtigsten Geldströme im Fußball regelt. Ligapräsident Reinhard Rauball will dann auch einen schnellen Abschluss. Der bestehende Grundlagenvertrag kann erstmals zum 30. September 2009 unter Einhaltung einer sechsmonatigen Frist gekündigt werden.

"Wenn die Liga sagt, sie muss die Zahlen überprüfen, dann müssen wir das auch sagen. Ich sehe aber keine dramatische Situation, in der wir uns befinden. Wir werden unsere Positionen entwickeln und hoffentlich nicht lange brauchen, zu einer Einigung zu kommen", sagte Schmidt. Sollten vor Abschluss eines neuen Grundlagenvertrages Änderungen der DFB-Satzung erforderlich werden, muss ein außerordentlicher Bundestag einberufen werden. Der nächste ordentliche Bundestag wird 2010 in Essen stattfinden.

Beschlossen wurde die Spielklassenreform ab der Saison 2008/09. Die neue 3. Liga wird mit 20 Mannschaften spielen, in der künftig dreigeteilten Regionalliga werden in den Staffeln Nord, West und Süd jeweils 18 Teams spielen. Die drei Regionalliga-Meister steigen in die 3. Liga auf. Wie in der 2. Bundesliga gibt es in Zukunft auch in der 3. Liga Relegationsspiele um den Aufstieg, in denen der Drittplatzierte auf den Drittletzten der 2. Liga trifft. Für die Premierensaison der 3. Liga qualifizieren sich die dritt- bis zehntplatzierten Mannschaften in den Regionalliga-Staffeln Nord und Süd sowie die vier Zweitliga-Absteiger. (mit dpa)

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