DFL : Aktionstag gegen Rassismus

Fans von FC Bayern und Werder Bremen wollen beim Spitzenspiel am Samstag Farbe gegen die jüngsten rassistischen Anfeindungen in der Bundesliga bekennen. Auch in Aachen ist einiges geplant.

Bremen/München - Das traditionsreiche Duell zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern München steht am Samstag im Mittelpunkt der Bundesliga. Doch diesmal geht es beim Spiel zwischen Vizemeister und Meister nicht nur um Sport, sondern auch um Gesellschaftspolitik. Mit der Aktion "Zeig' dem Rassismus die Rote Karte" will die Deutsche Fußball Liga (DFL) am 8. Spieltag ein Zeichen setzen angesichts der jüngsten rassistischen Vorfälle in den Stadien. Zuletzt hatte es sowohl beim DFB-Pokalspiel der zweiten Mannschaft von Hansa Rostock gegen Schalke 04 (1:9) gegen Gerald Asamoah als auch beim Bundesligaspiel von Alemannia Aachen gegen Borussia Mönchengladbach (4:2) gegen Kahé und Moses Sichone Beleidigungen gegen Spieler schwarzer Hautfarbe gegeben.

Zwar findet die Aktion im Rahmen der internationalen Aktionswoche von "Football Against Racism in Europe" (FARE) in allen 18 Stadien der Bundesliga und der 2. Bundesliga statt, aber die meisten Blicke werden sich aufs Spitzenspiel in Bremen richten. Deshalb sieht sich der Fan-Beauftragte des Gastgebers, Dieter Zeiffer, besonders gefordert: "Wir werden symbolisch Rote Karten gegen Rassismus an die 43.000 Zuschauer im Weserstadion verteilen." Er hoffe, dass sich möglichst alle Fans an den Aktivitäten beteiligen. Zudem würden die Fangruppierung der Bremer Ultras ein Spruchband mit der Aufschrift "Werder-Fans gegen Rechts und Rassismus" zeigen, kündigt der Fanbeauftragte an.

Aktionstag reiche nicht aus

Auch Fangruppierungen des FC Bayern wollen im Weserstadion Farbe bekennen. "Wir werden in Bremen auf jeden Fall mit einen eigenen Transparent präsent sein", erzählt Simon Müller vom Bayern-Fanklub "Schickeria München". Allerdings reiche ein Aktionstag gegen Rassismus nicht aus, meint der Student aus München. "Wir haben bereits beim Heimspiel gegen Hertha BSC ein Transparent mit dem Slogan 'Bayern-Fans gegen Rassismus im Stadion und überall' gezeigt", berichtet Müller. Auch beim DFB-Pokal-Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am kommenden Mittwoch solle das Transparent erneut zum Einsatz kommen, so der 24-Jährige.

Der Fanklub "Schickeria München" engagiert sich schon lange gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus im Fußball. "Wir haben uns schon in den letzten Jahren immer wieder an der FARE-Aktionswoche beteiligt", betont Müller. Zudem habe der Fanklub zu Pfingsten 2006 erstmals ein "Antirassistisches Turnier" von Fanklubs aus der Ultra-Szene organisiert. Dabei hätten nicht nur Spiele von Bayern-Fanklubs gegen Fans des FC St. Pauli, des VfL Bochum und aus Italien stattgefunden. Vielmehr habe man auch über die NS-Zeit diskutiert, eine Fahrt zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau und ein Gespräch mit einem Zeitzeugen organisiert, erklärt Müller.

"In Aachen kein Rassismus-Problem"

Doch nicht nur in Bremen wird der Aktionstag besondere Aufmerksamkeit finden. Auch das Heimspiel von Alemannia Aachen gegen Energie Cottbus wird im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Immerhin wurden die Aachener im September vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen der Beleidigungen beim Spiel gegen Gladbach zu 50.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Bei den Fans des Aufsteigers stößt die Aktion gleichwohl auf ein unterschiedliches Echo. "Ich finde, dass wir in Aachen kein Rassismus-Problem haben", sagt Kristof Zeitz, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft der Alemannia-Fans. Er selbst beteilige sich nicht an besonderen Aktionen. Gleichwohl sei er gegen jede Art von Rassismus und Extremismus und finde die Aktion gut, fügte Zeitz hinzu.

Etwas anders betrachtet Marion Vosseler vom Aachener Fanklub "East Side" die Problematik. "Wir sind als Fanklub absolut gegen jede Art von Rassismus", betont die 43-Jährige mit Entschiedenheit. Deshalb seien Aktionen im Stadion auch wichtig. Besonders gefallen ihr die großen Kerzen mit Slogans gegen Rassismus. Zugleich weist Vosseler darauf hin, dass sich die Aachener Fans nicht erst jetzt engagieren würden. "Bei uns gibt es schon seit einer Weile T-Shirts mit der Aufschrift 'Rassismus hat bei uns keinen Platz'." (tso/ddp)

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