Sport : DFL will abwarten, Australien will klagen

WM 2022 in Katar sorgt weiter für Diskussionen.

Hand am Cup. Scheich Hamad bin Khalifa Al-Thani (l.) durfte sich 2010 über den WM-Zuschlag für Katar freuen. Foto: AFP
Hand am Cup. Scheich Hamad bin Khalifa Al-Thani (l.) durfte sich 2010 über den WM-Zuschlag für Katar freuen. Foto: AFPFoto: AFP

Frankfurt am Main - Die Weltmeisterschaft 2022 erhitzt im Weltfußball weiter die Gemüter. Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), warnt vor einer vorschnellen Verlegung der WM 2022 in Katar in den Winter. Australiens Fußballverband droht dem Weltverband Fifa sogar mit Schadenersatzforderungen. „Wir möchten verhindern, dass jetzt völlig überstürzt eine Entscheidung getroffen wird, die man einfach nicht bis zu Ende gedacht hat“, sagte Seifert dem Hessischen Rundfunk.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga regte die Bildung einer Arbeitsgruppe der DFL unter der Leitung von Geschäftsführer Andreas Rettig an, „die erst einmal alle Dinge gegeneinander abwägt“. Seifert kritisierte erneut die WM-Vergabe in den Golfstaat, sagte aber auch: „Wenn die Fifa jetzt einfach, ohne einmal darüber zu diskutieren, die WM in Katar in den Winter verlegt, dann wird das sehr schwierig werden.“ Es sei „verdammt ärgerlich, dass man sich mit etwas beschäftigen muss, das 24 Menschen bei der Fifa entschieden haben, und die gesamte Welt des Fußballs macht sich jetzt Gedanken, wie man mit dieser Entscheidung umgeht.“ Seifert hält angesichts der Temperaturen in Katar eine Sommer-WM dort für nicht durchführbar, auch Fifa-Präsident Joseph Blatter will das Turnier inzwischen in den Winter verlegen. Dies hätte massive Folgen für den internationalen Fußballkalender und in Deutschland Auswirkungen bis in die Amateurklassen hinunter.

Australiens Fußballverband FFA mahnte vor der Sitzung der Fifa-Exekutive am 3. Oktober an, eine Entscheidung über den Termin intensiv auf die Folgen für die einst unterlegenen Bewerber wie Australien und die internationalen Spielkalender hin zu prüfen. Neben Australien hatten sich auch die USA, Südkorea und Japan um die Austragung der WM 2022 beworben. Ein Beschluss über die Verlegung dürfe nicht vor dem Ende der Ermittlungen der Fifa-Ethikkommission zum Vergabeverfahren der WM 2022 gefällt werden, erklärte Verbandschef Frank Lowy. „Wenn diese Dinge abgeschlossen sind, kann man eine saubere Einschätzung über eine Verlegung und ihre Konsequenzen treffen“, sagte Lowy. Bereits im Juli habe er einen entsprechenden Brief an Fifa-Präsident Joseph Blatter geschrieben. Die FFA fordert demnach eine prinzipielle Entscheidung für eine Entschädigung der Nationen, die gemäß der Fifa-Vorgaben Millionen in die Bewerbung für eine Sommer-WM investiert hätten. Zudem sollten auch die nationalen Ligen Kompensationszahlungen erhalten, die im Falle einer WM-Verlegung in den Winter ihren Spielplan umbauen müssen. Auch hier wäre Australien betroffen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben