Sport : DHB-Pokal: Flensburg und Kiel im Finale

Erik Eggers

Hamburg - Spektakulärer Handball lag hinter Jan Holpert – und er war der Held des Abends. Seine Mitspieler und die zahlreichen Flensburger Fans feierten ihn in der mit 13 000 Zuschauer ausverkauften Color-Line-Arena enthusiastisch. 17 Paraden hatte Holpert beim 38:36 (14:13, 33:33) der SG Flensburg-Handewitt gegen die HSG Nordhorn beigesteuert, speziell in der Verlängerung war er „heiß gelaufen“.

Bereits ein paar Minuten später ließ der 36-Jährige keine Euphorie mehr erkennen. Der Torhüter rekapitulierte die Sekunden vor dem Ende der Verlängerung eher humorlos: „Wenn der letzte Wurf von Vranjes in der Schlussminute nicht von meinem Pfosten herausspringt, dann wirft unser Christiansen nicht das Gegenstoßtor, und dann halte ich auch vielleicht nicht den letzten Ball von Jan Filip. Und dann gewinnt Nordhorn.“

Die Nordhorner um Nationalspieler Holger Glandorf waren sehr enttäuscht. Noch nie hat die HSG einen Titel gewonnen. Ihr Trainer Ola Lindgren kritisierte vor allem die Schiedsrichter: „Schade, dass manche Spiele nicht auf dem Spielfeld entschieden werden.“ Das Glück des Pokalverteidigers, der in Christiansen (acht Tore) seinen besten Schützen besaß, „haben wir uns über Jahre hart erarbeiten müssen“, befand dagegen Holpert.

Im schleswig-holsteinischen Finale (heute, 14.30 Uhr, live im NDR) sind die Flensburger favorisiert, haben sie doch gegen den THW Kiel in den zurückliegenden neun Spielen nicht verloren. Die Kieler, in der Bundesliga mit zwei Punkten Vorsprung auf Flensburg Spitzenreiter, hatten sich im ersten Halbfinale knapp mit 31:30 (13:15) gegen Frisch Auf Göppingen durchgesetzt. Die kampfstarken Göppinger, die lange geführt hatten, machten „fehlende Cleverness“, wie es Mittelspieler Michael Kraus ausdrückte, als Grund für die Niederlage aus. Ein Trost ist noch möglich: Im Spiel um den dritten Platz wird ein Platz im Europacup der Pokalsieger vergeben.

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