DHB-Pokal : Pokal-Verteidiger HSV im Losglück

Die Halbfinals des DHB-Pokals stehen fest. Während Titelverteidiger HSV mit der SG Kronau/Östringen gegen den Außenseiter antreten muss, treffen im zweiten "Final Four"-Spiel Kiel und Flensburg aufeinander.

Hamburg - Mit Heimvorteil und Losglück geht Titelverteidiger HSV Hamburg in die Endrunde um den deutschen Handball-Pokal. Die Hanseaten treffen bei der "Final Four"-Endrunde am 14./15. April in der Color-Line-Arena in einer Neuauflage des Vorjahresfinales auf die SG Kronau/Östringen. Damit geht der HSV zugleich dem Meister THW Kiel und dem dreimaligen Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt aus dem Weg, die im traditionsreichen Nordderby den zweiten Finalisten ermitteln. HSV-Trainer Martin Schwalb wies bei der Auslosung die Favoritenrolle allerdings zurück: "Es sind vier Teams auf Augenhöhe. Die Tagesform wird entscheiden."

Nach dem Wunsch der Veranstalter soll der derzeitige Handball-Boom in Deutschland auch während der Pokal-Endrunde zu spüren sein. "Die Resonanz ist überwältigend", sagte Frank Bohmann, der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga. "Wir haben zehntausende Kartenanfragen, denen wir nicht nachkommen können." Die Color-Line-Arena, seit 2003 Austragungsort des "Final Four", wird damit zwei Mal ausverkauft sein - allerdings ist noch nicht klar, ob die Spiele auch live im Fernsehen gezeigt werden. "Wir haben einige Anfragen", sagte Bohmann. Die Entscheidung werde jedoch erst in der kommenden Woche fallen. Jedes Team erhält wie im Vorjahr ein Startgeld von rund 120.000 Euro.

Kronau optimistisch

Für besondere Atmosphäre wird das Derby zwischen den beiden alten Rivalen aus Flensburg und Kiel sorgen. THW-Manager Uwe Schwenker kommentierte die Auslosung mit einem kleinen Seitenhieb auf "unsere Freunde aus Flensburg", gab sich aber gelassen: "In zwei Monaten kann noch eine ganze Menge passieren. Deshalb bin ich ganz entspannt." Während Kiel schon seit 2000 auf einen Triumph in diesem Wettbewerb warten muss, war Flensburg von 2003 bis 2005 drei Mal nacheinander erfolgreich. "Wir haben beim Final Four immer gut ausgesehen", sagte der Geschäftsführer des Bundesliga-Spitzenreiters, Thorsten Storm.

Kronau/Östringen kommt wie im Vorjahr eher die Außenseiterrolle zu. "Der Norden ist sehr dominant", sagte Geschäftsführer Ulrich Schuppler, der aber auf eine ähnliche Überraschung hofft wie 2006. Damals schaltete sein Team Kiel aus und verlor das Finale nur knapp mit 25:26 gegen den HSV. "Wir sind stolz, dass wir wieder dabei sind. Die Euphorie bei uns im Umfeld ist groß", sagte Schuppler.

HSV warf Magdeburg aus dem Rennen

Im Viertelfinale hatte der HSV tags zuvor die schwierige Aufgabe gegen den SC Magdeburg gelöst: Gegen ihren Pokal-Lieblingsgegner setzten sich die Hanseaten mit 31:29 durch. Es war bereits das vierte Mal nacheinander, dass der HSV den SCM aus dem Wettbewerb warf. "Wir sind noch lange nicht am Ende unserer Ziele", sagte Trainer Schwalb, der mit seinem Team auch in der Bundesliga Chancen auf den Titel hat. Nach dem überraschenden Triumph im Vorjahr setzen die Hamburger erneut auf den Heimvorteil. "Zuhause können wir jeden schlagen", sagte Nationalspieler Stefan Schröder nach der Partie, in der insgesamt acht WM-Finalteilnehmer zum Einsatz kamen.

Mit weit weniger Mühe als der HSV erreichten Kronau/Östringen (28:22 gegen HSG Düsseldorf) und der dreimalige Pokalsieger Flensburg-Handewitt (40:21 in Wilhelmshaven) die Endrunde. Meister Kiel hatte sich am Dienstag mit 35:32 beim TBV Lemgo durchgesetzt. (tso/dpa)

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