DHB-Vize droht Köln mit Liebesentzug : Der gnadenlose Populismus des Bob Hanning

Wegen einer terminlichen Marginalie will DHB-Vize Hanning die Kölner Arena als Spielort für die WM 2019 tilgen. Das ist überzogen. Ein Kommentar.

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Bob Hanning ist eher der meinungsstarke Typ.
Bob Hanning ist eher der meinungsstarke Typ.Foto: dpa

Das Problem war im Grunde geklärt. Wegen einer Doppelbelegung in der Arena von Köln hat der Deutsche Handball-Bund (DHB) das Länderspiel gegen Dänemark kurzfristig von Freitag auf Samstag verschoben, um den Start der Play-offs zwischen den Eishockeyteams aus Köln und München zu gewährleisten. Das mag rein organisatorisch ärgerlich und mit großem Aufwand verbunden sein, sportlich ändert sich durch den neuen Termin aber nicht viel für das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Warum also dieser neuerliche Vorstoß?

DHB-Vizepräsident Bob Hanning hat der Stadt Köln und den reumütigen Hallenbetreibern am Mittwoch öffentlich mit Liebesentzug gedroht. Ihre Arena komme als Spielort für die WM 2019 nicht mehr in Frage, sagte Hanning in seiner Rolle als DHB-Chefpopulist. Und genau das ist es auch: gnadenloser Populismus.

Wenn der DHB tatsächlich nicht mehr nach Köln gehen sollte, ist das in etwa so, als wenn der Deutsche Fußball-Bund kategorisch Spiele in Dortmund ausschließt. Besagte Halle ist nicht nur eine der schönsten und stimmungsvollsten der Republik – sie ist gewissermaßen auch historisch wertvoll: Einer der größten Erfolge im deutschen Handball, der WM-Titel 2007, wurde in Köln errungen.

Deshalb würden sie sich beim DHB – bei aller berechtigten Kritik – keinen Gefallen damit tun, den Spielort per se zu meiden. Vielmehr sollte das Präsidium darauf achten, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Es stimmt, Deutschland ist derzeit Handball-Europameister – und ja, durch den EM-Titel hat es einen enormen Schub in der öffentlichen Wahrnehmung gegeben. Das lag aber auch und vor allem daran, dass der Verband und alle Protagonisten in Polen einen höchstsympathischen Eindruck hinterlassen haben. In der Causa Köln lässt sich das nicht behaupten.

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