• Diagnostiziert wurden ein Kreuzbandriss und medialer Kapselriss mit einer Patellasehnenverrenkung

Sport : Diagnostiziert wurden ein Kreuzbandriss und medialer Kapselriss mit einer Patellasehnenverrenkung

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Fast sah es so aus, als sei das Spiel zur Nebensache geworden. Noch ehe in Porto angepfiffen wurde, gingen die Wogen der Erregung im Hertha-Lager hoch. Zielscheibe des Ärgers war ausgerechnet Bundestrainer Uli Stielike, der in der "Welt" den Verantwortlichen des Berliner Fußball-Bundesligisten vorgeworfen hatte, sie hätten Sebastian Deisler nach dessen früherem Kreuzbandanriss entgegen ihren Versprechungen nicht kontinuierlich aufgebaut, sondern ihn mit Spritzen spielen lassen und damit eine Mitschuld an dessen augenblicklichen schweren Knieproblemen. Erregte sich Manager Dieter Hoeneß: "So ein Schmarren, so eine Unverschämtheit. Stielike soll sich aus Dingen heraushalten, von denen er nichts versteht. Er gibt eine Ferndiagnose ab, ohne zu wissen, worum es geht." Und Trainer Jürgen Röber: "Der Bundestrainer sollte sich zurücknehmen. Er kennt doch unsere Problematik gar nicht."

Auch Herthas Mannschaftsarzt Ulrich Schleicher weist Stielikes Vorwürfe zurück. "Sebastian Deisler hat vor keinem seiner Spiele für Hertha Spritzen erhalten. Wir haben ihn in dem betreffenden Behandlungszeitraum lediglich einem physiotherapeutischen Aufbautraining unterzogen. Nach dem Spiel gegen Chelsea hat er ein, zwei Tage Tabletten bekommen", erklärte Schleicher. Man habe Deisler in dieser Phase auch viel Ruhe gegönnt.

Über die Chancen des großen Talentes, das drei Mal wegen Verletzungen Berufungen in die Nationalmannschaft nicht hatte nachkommen können, um eine Operation herumzukommen, äußerte sich Schleicher zurückhaltend. Es handele sich bei ihm um eine sehr komplexe Schädigung des Kniegelenkes. So habe er vor einem Jahr in Gladbach nicht nur einen Kreuzbandanriss, sondern auch einen medialen Kapselriss mit einer Patellasehnenverrenkung erlitten. Jetzt sei noch die Innenbandproblematik hinzugekommen.

Deisler flog in die USA zu einem Spezialisten. Nach einer Arthroskopie unter Narkose soll am Freitag entschieden werden, ob der 19-Jährige operiert werden muss.

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