Sport : Diaspora Österreich

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Markus Huber über Christoph Daum, der endlich wieder Meister wurde

Christoph Daum, man muss es so sagen, ist schon ein ganz Großer. Von Christoph Daum lernen, heißt siegen lernen. Okay, das klingt jetzt nach einem schlechten Scherz, weil man Daum in Deutschland zuletzt eher mit Bildern aus Unterhaching, Florida und vor dem Landgericht Konstanz verbindet, und dabei sah er selten wie ein Winnertyp aus. Aber wirklich: Der Mann ist ein guter Trainer, ein Meistertrainer sogar. Am Sonntagnachmittag hat er das wieder einmal bewiesen: 2:1 siegte sein FK Magna Austria Memphis bei Liebherr GAK in der österreichischen TMobile-Bundesliga. Fünf Runden vor dem Ende der Saison liegt die Austria damit 21 Punkte vor dem Tabellenzweiten. Wir gratulieren.

Schon klar, das ist jetzt vom Renommee her nicht unbedingt mit einer deutschen Vizemeisterschaft vergleichbar. Wenn er ins Waldstadion des SV Plus City Pasching einmarschiert oder in die Südstadt, die Heimstadt von Herold Admira Wacker Mödling, dann fühlt sich Daum nach eigenen Worten wie „damals, als ich in der Oberliga Nachwuchsspieler beobachtet habe“. Mit dem einzigen Unterschied, dass die deutschen Oberliga-Vereine nicht derartig blöde Namen haben und ihre Allerwertesten nicht, um irgendwie an Kohle zu kommen, an dubiose Sponsoren verkauft haben.

Aber ist Meister nicht Meister? Und so ein Teller in der Hand ist wahrscheinlich auch für einen Trainer besser als der Spott in der Zeitung.

Also, von Christoph Daum lernen, heißt siegen lernen. Demnach könnte Ralf Schumacher ja in der Schweizer Go-Kart-Liga antreten. Die Berliner Eisbären könnten in die polnische Liga wechseln. Und Klaus Toppmöller wiederum könnte es in der luxemburgischen Liga probieren – das ist auch nicht so weit weg von Rivenich. Dudelange zum Beispiel hat nach 20 Runden schon 13 Punkte Vorsprung und die letzten beiden Gegner mit jeweils 6:0 vom Platz geschossen.

Auch wenn die Champions League dann in weiter Ferne ist, ein Meisterteller wird da schon möglich sein. Und mit seinem neuen Intimfreund Reiner Calmund kann er sich dann ja zumindest in einem Freundschaftsspiel messen, Bayer braucht in der Vorbereitung für die kommende Saison sowieso eher Gegner vom Zuschnitt Jahn Regensburgs.

Überhaupt Calmund: Wenn es schon im Fußball nicht klappt, warum wirft er sein ganzes Gewicht dann nicht für eine andere Werkssporttruppe des Bayer-Konzerns in die Waagschale? Die Tipp-Kicker von Bayer 04 sollen ja nicht schlecht sein.

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