Sport : Die 10-Millionen-Euro-Mail

Arminia Bielefeld muss heute Garantien vorlegen – sonst droht die Insolvenz

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Berlin - Eine spektakuläre Rettung in allerletzter Minute wird es nicht geben. „Wir wären ja wahnsinnig, erst um 15.29 Uhr ein Fax zu schicken“, sagt Marcus Uhlig, Sprecher von Arminia Bielefeld. Der Zweitligaklub muss am heutigen Mittwoch bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bis 15.30 Uhr Garantien in Höhe von 10,2 Millionen Euro abgeben. Schafft der Traditionsverein dies nicht, wird er nächste Saison nicht in der Zweiten Liga spielen dürfen. Absteiger Hansa Rostock könnte sich dann Hoffnungen machen, der Dritten Liga zu entgehen. Bielefeld würde hingegen die Insolvenz drohen.

So weit wird es vermutlich nicht kommen, schenkt man den Verantwortlichen von Arminia Glauben. „Wir haben Zusagen von Geldgebern für die 10 Millionen, müssen aber die Formalien verbindlich und belastbar für die DFL zusammenstellen“, sagt Uhlig. Sobald die schriftliche Zusage eine Sponsors steht und ein Wirtschaftsprüfer gegengelesen hat, geht jedes Schriftstück umgehend per E-Mail an die DFL. Kein Fax in letzter Minute also.

Zuletzt fehlten zu den geforderten 10,2 Millionen an Sicherheiten für den Spielbetrieb 2010/11 noch 2,85 Millionen Euro. Sie sollen von regionalen Unternehmen aufgebracht werden, auch zwei Aufsichtsratsmitglieder beteiligen sich.

Zuvor war etwas geschehen, was es so im deutschen Profifußball noch nicht gegeben hatte: Die Stadt hatte es abgelehnt, den Verein zu retten. Das könnte eine Trendwende in der deutschen Fußballlandschaft sein, denn zuletzt hatten Kommunen wie Dresden und Kaiserslautern stets nachgegeben, um klamme Klubs zu retten. In Bielefeld konnte sich der Stadtrat nach langen Diskussionen nur zu einem Kredit über 500 000 Euro durchringen – ursprünglich hatte der Verein ein Darlehen über 4,85 Millionen Euro angefragt.

Arminias finanzielle Schwierigkeiten seien durch eine „zu optimistische Saisonplanung, einen Tribünenneubau sowie eine desolate Hauptversammlung vergangenes Jahr zustande gekommen, die Vertrauen von Sponsoren und Investoren gekostet hat“, sagt Uhlig. In diesem Jahr hat Arminia vorgesorgt: Die für Sonntag anberaumte Mitgliederversammlung wurde auf September verschoben.

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