Sport : Die 399-Kilo-Aufgabe

Matthias Steiner kämpft um die Olympiateilnahme.

Foto: dapd
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Antalya - Sogar Olympiasieger können noch dazulernen. Auch Matthias Steiner. „Ich weiß nicht, was mich erwartet. Wettkampf ist eben etwas anderes als Training. Ich habe noch nie so lange ausgesetzt. Das wird sehr spannend für mich“, sagt Deutschlands Vorzeige-Gewichtheber vor seinem Comeback. Steiner will an diesem Sonntag bei den Europameisterschaften in Antalya die Norm für die Olympischen Spiele erfüllen.

Ein langes Jahr – exakt seit dem 2. April 2011 – hat der Athlet mit österreichischen Wurzeln nicht mehr auf der Heberbühne gestanden. Der Superschwergewichtler hatte sich im vergangenen September einen Einriss der Quadrizepssehne im Oberschenkel zugezogen und musste operiert werden. Erst seit Anfang Januar absolviert der 29-Jährige Hanteltraining. Sechs bis sieben Stunden täglich hat Steiner in der Reha geschuftet, um in London dabei zu sein.

Das ursprünglich für Mitte März in Chemnitz geplante Comeback scheiterte spektakulär. Steiner musste wenige Minuten vor dem Start wegen Übelkeit passen, nachdem er sich mehrmals übergeben hatte. „Das war ein Magen-Darm-Virus. Ich habe ein paar Kilo abgenommen und musste einige Tage pausieren.“

Nun also Antalya. Hier hat Steiner im Herbst 2010 WM-Gold im Stoßen und Silber im Zweikampf gewonnen. Das ist diesmal nicht drin. „Konkurrenzfähig bin ich noch nicht, Medaillen sind nicht zu erwarten“, sagt er. Sein EM-Ziel ist ein anderes: „Ich will unbedingt die Norm schaffen.“ 399 Kilo muss er dafür zur Hochstrecke bringen – normalerweise ein Klacks für den 140-Kilo-Hünen.

Aber was ist nach dieser langen Pause schon normal. Bundestrainer Frank Mantek bleibt deshalb auch vorsichtig. „Die Chancen für Olympia stehen 50:50“, sagte er. „Aber ich bin optimistisch, dass er es schafft.“ Steiner will bis London Bestform erreichen. „Wenn ich nach London fahre, will ich nicht nur dabei sein, sondern um Medaillen kämpfen“, sagt der Sportler des Jahres von 2008. Sollte das Vorhaben in Antalya scheitern, bleibt Steiner als letzte Chance noch die nationale Qualifikation am 9. Juni in Heidelberg. Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) darf drei Männer und zwei Frauen nach London schicken. dpa

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