Sport : Die alten Verhaltensmuster

Schalke 04 erreicht gegen Bremen nur ein 1:1, Sanogo vergibt sogar den Sieg für Werder

Jörg Strohschein[Gelsenkirchen]

Die Spieler des FC Schalke 04 müssen sich nach dem 1:1 (1:0) gegen Werder Bremen die Frage gefallen lassen, weshalb sie erst so spät in dieser Saison damit beginnen, ihre Qualitäten zu präsentieren. Wenn auch nicht das Ergebnis, so dürfte zumindest die Leistung der Mannschaft von Trainer Mirko Slomka wieder ein wenig mehr Selbstbewusstsein verleihen.

„Die Kritik an mir und der Mannschaft ist berechtigt, wir wollten in allen Wettbewerben konkurrenzfähig sein, da haben wir bislang nicht überzeugt“, sagte Schalkes Trainer Slomka vor der Partie. Präsident Josef Schnusenberg hatte am Anfang der Woche ungewohnt deutlich das bisherige Abschneiden der Schalker gerügt und Besserung angemahnt. Und diese Unzufriedenheit hatten sich sowohl Mirko Slomka als auch seine Spieler gegen die Bremer zu Herzen genommen.

Erstmals in dieser Saison präsentierten sich die Schalker Profis vor allem in der ersten Halbzeit so konsequent, wie es zu einem selbst ernannten Meisterschaftskandidaten passt. Sie bekämpften die Hanseaten nahezu bei jedem Ballkontakt, zeigten eine enorme Laufbereitschaft und waren so präsent auf dem Spielfeld wie lange nicht. Und hatte die Taktik mit drei Angreifern in der Champions League beim 0:2 beim FC Chelsea noch keine Wirkung gezeigt, so sorgten diesmal der wieder genesene Kevin Kuranyi sowie Gerald Asamoah und Peter Lövenkrands mit ihrem Engagement dafür, dass die Hintermannschaft der Bremer mehr Probleme bekam, als ihr lieb sein konnte. Doch wieder einmal verhinderte die unkonzentrierte Chancenverwertung der Schalker Offensive bis dahin eine Führung.

Carlos Grossmüller, der bereits in London seine Torgefährlichkeit andeutete, war es dann aber, der die Überlegenheit der Schalker mit einem Freistoß aus 20 Metern Entfernung in einen Treffer verwandelte (14.). Die Bremer hatten auch im Anschluss noch große Mühe, sich der Einsatzfreude und der Aggressivität der Gastgeber zu erwehren. Diego und seine Temkollegen wirkten fahrig und wohl auch ein wenig überrascht von ihrem hoch motivierten Gegner. Sie reagierten nur und taten sehr wenig für das Spiel. Und so fiel der Ausgleichstreffer für die Bremer dann auch relativ unerwartet. Dusko Tosic, der für den kurzfristig ausgefallenen Clemens Fritz in die Partie gekommen war, platzierte einen Freistoß so genau auf den Kopf von Naldo, dass der Brasilianer keine Mühe hatte, das 1:1 zu erzielen (34.). Erst in der zweiten Hälfte, als die Kräfte der Schalker im Laufe der Partie immer mehr nachließen, konnten sich die Gäste vor 61 000 Zuschauern deutlich besser in Szene setzen und bekamen die Partie in den Griff.

Boubacar Sanogo hätte sogar den zweiten Treffer für die Bremen erzielen müssen. Doch der Werder-Angreifer brachte das Kunststück fertig, eine Flanke von Torsten Frings, alleinstehend drei Meter vor dem Tor nicht zu verwandeln. Und da auch die Schalker zurückfielen in alte Verhaltensmuster und sich wie eh und je unerklärlich schwer taten, ihre guten Ansätze und Tormöglichkeiten in Treffer zu verwandeln, blieb es letztlich beim leistungsgerechten Unentschieden.

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