Sport : Die Angst bleibt

Kaiserslautern verliert auch in Nürnberg – diesmal 0:1

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Nürnberg. Die Gesichter finster, die Köpfe gesenkt – so sah der Pfälzer Trauerzug aus, der da am Sonntag im Frankenstadion vom Feld schlich. Wieder verloren. Wieder keine Punkte. Drei sind es bisher nur. Und auch nach dem 0:1 (0:0) beim 1. FC Nürnberg bleiben die Lauterer am Tabellenende der Bundesliga. Das passt zur tristen Stimmung rund um den Betzenberg nach dem Trainerwechsel und den Grabenkämpfen in der Vereinsführung. Am Dienstag wird der neue Vereinschef Rene C. Jäggi auch noch die Schulden in der Bilanz vorlegen. Bis zu 15 Millionen Euro sollen es sein.

Es ist wohl kein Wunder, wenn all das auf die Verfassung einer Mannschaft abfärbt, die in einer tiefen Krise steckt. Einfallslos traten die Pfälzer in Nürnberg auf. Ein wenig ratlos stand Trainer Eric Gerets nur einen halben Meter vom Spielfeldrand entfernt. So als wolle er nahe bei seiner Mannschaft sein. Aber auch der Belgier konnte einen verdienten Nürnberger Sieg nicht verhindern, den Anthony Sanneh mit seinem Tor in der zweiten Halbzeit sicherstellte. Zu allem Übel verschoss Ratinho kurz vor Schluss noch einen von Larsen an Klose verschuldeten Foulelfmeter. Nürnberg befreite sich dagegen mit dem zweiten Sieg in Folge aus der Not und schaffte den Sprung ins Mittelfeld.

„Die Unsicherheit ist sehr groß“, beschrieb Gerets die Lage nach dem Spiel. „Jeder hat Angst, aufs Tor zu schießen“, sagte Torwart Georg Koch. „Jetzt müssen wir Cottbus im nächsten Heimspiel aus dem Stadion fegen, sonst ist alles zu spät", meinte Koch. Gerets redete realistischer. „Jetzt hilft nur Geduld und Arbeit“, sagte der Trainer. Es klingt auch etwas nach Verzweiflung.

Eine einzige Torchance aus dem Spiel heraus war das nüchterne Ergebnis von 90 Minuten Spiel des 1. FC Kaiserslautern. Doch als Vratislav Lokvenc nach einer knappen halben Stunde den Ball über die Linie drückte, da ertönte zu Recht der Abseitspfiff von Schiedsrichter Florian Meyer. Mehr brachten die Pfälzer, die auf zehn verletzte Spieler verzichten mussten, nicht zu Stande. Trainer Eric Gerets hatte wohl geahnt, wie schwer es in Nürnberg werden würde. „Kaiserslautern ist mein schwerster Job“, hatte er schon vor dem Abstiegsduell gesagt.

Im Frankenstadion überzeugte einzig Torwart Georg Koch. Gleich viermal rettete er in höchster Not, bevor Anthony Sanneh doch noch für Nürnberg traf. Der Stürmer nutzte ein Zuspiel von Jarolim und konnte Koch schließlich mit einem Schlenzer überwinden. Die Entscheidung war gefallen.

Fast hätte Lautern noch Glück gehabt. Doch Ratinho traf selbst vom Elfmeterpunkt nicht das Tor, sondern nur Nürnbergs Torhüter Kampa. Danach senkten die Pfälzer ihre Köpfe. Wieder einmal. Oliver Trust

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