Sport : Die Angst der Altmeister

Spektakulärer hätte das Spiel zwischen den beiden rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln kaum terminiert werden können. Zwei Tage vor Beginn des Karnevals treffen beide Klubs auf dem Mönchengladbacher Bökelberg aufeinander. Früher ging es in diesen Duellen meistens um die Meisterschaft, in diesem Jahr kämpfen die rheinischen Altmeister um den Verbleib in der Bundesliga. Ähnliches gilt am Dienstag für die Spiele von Energie Cottbus (gegen Hertha BSC) und dem 1. FC Nürnberg (beim VfB Stuttgart). Die Spitzenklubs spielen hingegen erst am Mittwoch.

Für Christoph John vom 1. FC Köln geht es auch um den Job als Cheftrainer. "Ich habe die Rückendeckung des Vorstandes. Alles andere interessiert mich nicht", sagte der Nachfolger des vor einer Woche entlassenen Ewald Lienen. Angesichts der katastrophalen Misserfolgsserie und der 599 Minuten andauernden Torflaute schließt der Coach personelle Experimente im Spiel bei der Borussia aus. "In dieser kritischen Situation setze ich ausschließlich auf etablierte Spieler, für die sich die Charakterfrage stellt", sagte John, um dessen Weiterbeschäftigung oder mögliche Nachfolge noch keine Klarheit herrscht. Möglicherweise sitzt der Oberliga-Coach letztmals auf der FC-Bank, denkbar ist nach Aussage von Club-Chef Albert Caspers aber auch eine Beschäftigung über das nächste Wochenende hinaus.

Die nun schon zehn Spiele sieglosen Gladbacher, die in der Tabelle nur drei Punkte vor Köln stehen, brauchen ebenfalls dringend ein Erfolgserlebnis. Torhüter Jörg Stiel kündigte vor dem Derby an: "Wir hauen die Kölner weg." Die Bilanz spricht jedenfalls für die Gladbacher, die auch das Hinspiel mit 2:0 gewannen. Der letzte Kölner Sieg am Bökelberg liegt fast zehn Jahre zurück.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Herthas Trainer Jürgen Röber verzichtet im Spiel bei Energie Cottbus auf Andreas Neuendorf. Nach Auskunft von Herthas Mannschaftsarzt Ulrich Schleicher leidet Neuendorf auf Grund seiner Leisten-Operation Ende Dezember an Adduktorenproblemen. Am Samstag gegen den VfB Stuttgart soll der 26-Jährige wieder mit von der Partie sein. Außerdem fehlen den Berlinern Sebastian Deisler und Kostas Konstantinidis, der zwar wieder mit der Mannschaft trainiert, nach Auskunft von Trainer Jürgen Röber jedoch "noch lange nicht so weit ist". Dafür rückt Dick van Burik nach seiner Gelbsperre in die Mannschaft zurück.

Zwei Siege nach der Winterpause favorisieren den VfB Stuttgart im Duell gegen den abstiegsgefährdeten 1. FC Nürnberg. Trainer Felix Magath trifft dabei nach dem Gastspiel in Bremen zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen auf einen ehemaligen Arbeitgeber. Manager Rolf Rüssmann bremst die Erwartungen beim VfB: "Das Ziel bleibt, am Ende der Saison auf einem Tabellenplatz zwischen acht und zehn zu stehen." Ohne den gesperrten Torsten Frings muss der SV Werder Bremen bei 1860 München antreten. Münchens Trainer Peter Pacult hofft auf die Rückkehr von Daniel Bierofka.

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