Sport : Die Angst der Favoriten

Morgen entscheidet die Uefa, wo die EM 2008 stattfindet

Martin Hägele

In Österreich und in der Schweiz träumen sie von einem Endspiel der Alpenländer auf der einen Seite gegen Skandinavien auf der anderen. Dabei besäße die Kombination Schweiz/Österreich, die sich um die Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2008 bewirbt, einen Vorteil: Sie würde mit nur einem Mann weniger spielen, die nordische Auswahl aus Dänen, Schweden, Finnen und Norwegern hingegen müsste auf ihre drei wichtigsten Akteure verzichten. Denn wenn die 14 Mitglieder der Uefa-Exekutive am Donnerstag in Nyon den Veranstalter des EM-Turniers wählen, sind die Vertreter der beteiligten Nationen wegen Befangenheit ausgeschlossen. Die Endauswahl könnte allerdings auch aus drei Rivalen bestehen. Für diesen Fall hegt auch die gälische Fraktion mit Schottland und Irland Hoffnung, selbst Russland könnte noch zuschlagen. Der Rest (Ungarn, Griechenland/Türkei und Kroatien/Bosnien) hat wohl keine Chance.

Aber sicher ist nur, dass es kein Medienspektakel geben wird, wenn dort um die Mittagszeit die Entscheidung fällt. Es geht der Uefa um die Sache, nicht ums Theater. Was freilich nicht heißt, dass es an diesem Tag korrekt und demokratisch zugehen wird. Wenn der Sieger verkündet wird, steht nicht unbedingt der Beste auf dem Podest. Wäre dem so, könnten Österreicher und Schweizer schon jetzt feiern. Von der Qualität des Dossiers her ist das Projekt mit den acht Stadien zwischen Wien und Genf nicht zu schlagen. Die jüngere Geschichte aber lehrt, dass der Status des Favoriten besonders gefährlich ist. Gerade die Schweizer knabbern noch immer daran, dass die Region Turin und nicht Sion im Walis das Rennen um die nächsten olympischen Winterspiele gemacht hat.

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