Sport : Die Angst vor dem Aus

Eisbären-Torhüter Shulmistra muss operiert werden

Claus Vetter

Berlin. Richard Shulmistra lächelt. Es ist ein Lächeln, das Souveränität suggerieren soll. Schließlich drohen dem Torhüter der Eisbären unbequeme Fragen nach seinem Gesundheitszustand. „Natürlich geht es mir gut“, sagt der Kanadier. „Ich habe wunderbar gefrühstückt.“ Toast, Cornflakes und Fruchtsaft gab es Donnerstagmorgen bei Shulmistras. Eigentlich gar nicht lustig, denn gerade hat der 31-Jährige das Training wieder einmal vorzeitig beendet, wieder einmal mit schmerzender Leiste. Heute wird Shulmistra nun operiert.

Schon seit zwei Monaten fehlt Shulmistra seinem Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Das Zuschauen nervt und zermürbt. Der Kanadier steht hinter der Plexiglasbande im Sportforum Hohenschönhausen. Er ist bemüht freundlich, unterstreicht mit fuchtelnden Armen seine Erklärungen. Leistenprobleme als Eishockey-Torhüter – ausgerechnet. „Immer wenn ich mein rechtes Bein zur rechten Seite strecke, habe ich Schmerzen“, sagt Shulmistra. „Wenn ich mir ein Bein gebrochen hätte, würde ich wissen, wann ich wieder spielen kann, aber so ...“

Bei Shulmistra wurde das, was im Sport als „weiche Leiste“ bezeichnet wird, dazu ein eingeklemmter Nerv festgestellt. Sollte sich die Diagnose bestätigen, könnte der Torwart nach der Operation Ende Dezember wieder spielen. Ein Konjunktiv ist das, nicht mehr. Shulmistra ist um Contenance bemüht. Unberührt kann ihn nicht lassen, was sich bei den Eisbären abspielt: Ersatztorwart Oliver Jonas hat es mit guter Leistung sogar bis ins deutsche Nationalteam geschafft. „Das freut mich sehr für ihn“, sagt die eigentliche Nummer eins im Tor. Shulmistra wirkt nachdenklich. Angst vor dem Karriereende? Ja, die hat er. „Aber so schnell gebe ich nicht auf.“

Cooper vor Wechsel in die Schweiz?

Vorerst müssen die Eisbären also ohne Shulmistra und ohne Florian Keller (Schulterprellung) ihre Probleme lösen: Freitag beim einzigen Team, gegen das die Berliner diese Saison nur verloren haben, den Mannheimer Adlern. Trainer Pierre Pagé will den Gegner beim vierten Anlauf mit „neuen Tricks im Powerplay früh überraschen“. Weniger überraschend ist, dass David Cooper die Eisbären wahrscheinlich verlassen wird. Der kanadische Verteidiger, von den Berlinern nicht für die DEL lizenziert, hat Kontakte zum Schweizer Erstligisten SC Langnau.

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