Sport : Die Angstmacher

Nicolas Limbachs WM-Silbermedaille zeigt die Stärke der Säbelfechter

Hilfe von oben? Nicolas Limbach fleht im Finale vergeblich um Beistand. Foto: dapd
Hilfe von oben? Nicolas Limbach fleht im Finale vergeblich um Beistand. Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - Zugegeben, es war keine einfache Aufgabe für Nicolas Limbach. In Catania gegen einen Italiener zu bestehen, vor einem lärmenden und pfeifenden sizilianischen Publikum im Säbel-Finale einer Fecht-Weltmeisterschaft – das muss einem erst gelingen. Nicolas Limbach ist es nicht gelungen, aber es war knapp. In den Runden zuvor hatte er bereits zwei Italiener vor ihrem Heimpublikum besiegen können. „Es wäre das Größte gewesen, auch den dritten Italiener zu schlagen“, sagte Nicolas Limbach zu den Journalisten, „da hättet ihr mal eine geile Schlagzeile gehabt.“

Die Schlagzeilen wurden dann doch etwas weniger euphorisch. 13:15 unterlag der 25 Jahre alte Säbelfechter im Finale dem Italiener Aldo Montano, dem Olympiasieger von 2004. Zunächst überwog deshalb der Ärger bei Nicolas Limbach, etwas später aber freute er sich über seine vierte Einzelmedaille bei einer WM in Folge. Nach Bronze (2007), Gold (2009), Silber (2010) folgte nun erneut Silber. „Nicht schlecht, wenn es drauf ankommt, bin ich immer da“, sagte er, „eigentlich muss die Serie ja irgendwann reißen, aber wenn das so bis zu meinem Karriereende weitergeht kommen noch ein paar Medaillen.“

Die Säbelfechter haben damit die bisher einzige deutsche Medaille bei dieser Fecht-WM geholt. Damit bestätigen sie den Trend der vergangenen Jahre und den Aufstieg ihrer Sparte im Deutschen Fechter-Bund (DFB). „Ich hoffe, dass wir in 20 Jahren sagen können, Säbelfechten ist eine deutsche Domäne“, sagte Bundestrainer Vilmos Szabo, „alle sollten Angst vor uns haben.“

Vor allem vor Nicolas Limbach, dem eine große Zukunft vorausgesagt wird. Er musste in der Runde der letzten 32 seinen Team- und Trainingspartner Max Hartung aus dem Wettbewerb werfen. „Wenn Trainingspartner gegeneinander antreten, dann sind das keine Gefechte von Qualität, dann liegen Glück und Leid eng beieinander.“ 

Im Mannschaftswettbewerb am Freitag aber wollen die beiden in Catania zusammen jubeln. Als Nummer drei der Weltrangliste gilt das deutsche Team mit Benedikt Wagner und Björn Hübner als Kandidat für die Goldmedaille. „Wir gehen so ran, als würden wir die anderen weghauen“, sagte Nicolas Limbach, „und dann tun wir es auch.“

Mit einer Medaille bei der Weltmeisterschaft hätten drei deutsche Fechter die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London nahezu sicher. Eigentlich ist sie auch Nicolas Limbach kaum noch zu nehmen, bereits vor der Weltmeisterschaft lag er in der Rangliste auf einem Qualifikationsplatz für London. Mit seiner erneuten Einzelmedaille zählt er nun auch zu den Favoriten für Olympia. „Er hat noch Reserven für Olympia“, sagt DFB-Sportdirektor Manfred Kaspar. Vielleicht ist ihm dann die geile Schlagzeile sicher. Tsp

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