Sport : Die Ansprüche zu hoch geschraubt

Kränkelnder AC Milan empfängt Wolfsburg. Hierbei geht es nur noch um den Gruppensieg.

Vincenzo delle Donne

MailandWenn es darum geht, Misserfolge schönzureden, hat man es beim AC Mailand mit Vollprofis zu tun. Schließlich ist der Mailänder Traditionsklub Teil eines Medienimperiums, auf dessen Macht Klubeigner Silvio Berlusconi nicht nur seinen Reichtum, sondern auch seinen politischen Erfolg begründet. „Die Geschichte Milans ist die des ersten Mailänder Klubs, der die Ideale der Mailänder verkörpert“, sagte der nimmersatte Ministerpräsident anlässlich des 109-jährigen Bestehens des Klubs. Schöne Worte, um die 2:4-Niederlage am vergangenen Sonntag bei Juventus Turin zu überspielen.

Milan steht nur auf Platz vier der Serie A, der Berlusconis Ansprüchen nicht genügt. Schlimmer noch, dass der Abstand auf Tabellenführer und Lokalrivale Inter Mailand schon neun Punkte beträgt. Dabei sollte es für die Fans des AC Mailand das Jahr der Wiedergutmachung werden. Denn der Klubweltmeister des Jahres 2007 schaffte in der letzten Saison nicht einmal die Qualifikation für die Champions League. Wenigstens im Uefa-Pokal ist Milan erfolgreich. Wenn der VfL Wolfsburg heute im San-Siro-Stadion zu Gast ist, geht es für beide bereits für die nächste Runde qualifizierten Mannschaften nur noch um den Gruppensieg.

In der Liga allerdings scheint der AC wenig Chancen zu haben, Inter noch abzufangen. Denn die Liste der Verletzten wird immer länger. Schon seit langem fehlt der frühere Nationalspieler Alessandro Nesta. Neben den Ausfällen von Mittelfeldmotor Gennaro Gattuso, der einen Kreuzbandriss erlitt, und Stürmerhoffnung Marco Borriello muss Milan jetzt auch auf Superstar Kaká verzichten. Der 26-Jährige Brasilianer laboriert an einer ominösen Entzündung in der Beckengegend. Kaká selbst spricht über seine Verletzung in Rätseln: „Ich könnte schon morgen wieder einsatzbereit sein, vielleicht aber auch erst in zwei bis drei Monaten.“

Ganz anders geht es Ronaldinho. Der beim FC Barcelona ausgemusterte und lustlos scheinende Brasilianer fügte sich wider Erwarten blendend ein. „Hier fühle ich mich jeden Tag wohl“, sagt Ronaldinho selbst.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben