Sport : Die Anti-Pokal- Mannschaft

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Sie wirkten so ratlos, als wären sie gerade nach der Lösung aller europäischen Finanzprobleme gefragt worden. Doch die Fußballer von Borussia Dortmund hatten unter der Woche beim 1:3 in Athen ihre eigene Griechenland-Krise erlebt und konnten nun nach dem 5:0 gegen Köln in der Bundesliga nicht erklären, warum daheim gelingt, was international misslingt. Es war zwar Kölns Verteidiger Christian Eichner, der ratlos jeden um Hinweise bat, der wisse, warum Köln, wenn es denn verliert, so richtig hoch verliert. Aber dennoch soll an dieser Stelle zuerst den Dortmundern mit einer Erklärung geholfen werden.

Also, ganz langsam, zum Mitdenken: Die Bundesliga und die Champions League sind zwei verschiedene Wettbewerbe. In der Bundesliga hat der BVB drei Spiele in Folge gewonnen und empfängt einen 1. FC Köln, der, wenn er schon verliert, dann auch so richtig hoch. In der Champions League dagegen musste Dortmund bei Piräus unbedingt gewinnen, um die Chancen auf das Viertelfinale zu wahren. Da läuft und zielt es sich nicht ganz so unbeschwert wie in der Liga, da muss man gar nicht erst groß von Unerfahrenheit oder Reisestrapazen schwadronieren.

Von einer Pokal-Mannschaft spricht der Fußball-Volksmund, wenn eine Truppe denkt: Das ist unser Wettbewerb, hier läuft’s, da sind wir richtig gut. Im Umkehrschluss ist Dortmund so etwas wie eine Anti-Pokal-Mannschaft, zumindest eine Anti-Europapokal-Mannschaft. Wenn es Jürgen Klopp nicht gelingt, seine Spieler davon zu überzeugen, dass die Roten mit den weißen Ärmeln dort der FSV Mainz wären und nicht der FC Arsenal, lässt sich so schnell nichts daran ändern. Siegen könnte helfen, nur so eine Idee.

Und auch dem Kölner Christian Eichner kann bei seiner Frage geholfen werden: Wer so richtig schlecht spielt, der verliert dann oft auch richtig hoch.

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