Sport : Die Bayern tragen Weiß

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München. Gestern Floßfahrt, heute Training. Und Michael Ballack, der Neue aus Leverkusen, weiß nun, wo sein bayerischer Landesvater wohnt: Der Ausflug des FC Bayern München übers Wasser startet traditionell in Wolfratshausen, dem Heimatort von Edmund Stoiber. Mit der Hand am Krug tut sich Ballack hingegen noch schwer, zumindest wenn es um die Simulation eines Trinkvorgangs geht. Das war vor dem Training gestern bei den Fotografen gefragt: Erst das Weißbier des einen Sponsors, dann das Pils des anderen. Es folgte das Posieren mit Plüschhunden für gelben Strom und das lässige Platznehmen in einem Ingolstädter Automobil.

Vieles ist neu beim FC Bayern, was die zu bewerbende Produktpalette angeht, aber die wichtigste Neuerung scheint zu sein, dass die Vereinsspieler demnächst auch in Weiß auflaufen. Weiß wie Real Madrid. Das ist nun nicht unbedingt die Farbe der Telefonfirma, die sich da in den Vordergrund drängt, aber Aufsehen werden die Bayern so oder so wieder erregen in der kommenden Saison.

Torwart Oliver Kahn spürt inzwischen nichts mehr von der Handverletzung, die er sich im Finale von Yokohama mit der Nationalelf gegen Brasilien eingehandelt hatte. Kahn, neuerdings wieder ganz ohne Koteletten, wird bei den Liga-Pokal-Spielen gegen Dortmund und Hertha BSC wohl noch aussetzen, um wieder „eine stabile Basis im Training“ zu bekommen. Bei den ersten Tests mit Torwarttrainer Sepp Maier sah er allerdings gar nicht aus wie jemand, dem das Fundament fehlt.

Ein wenig anders liegen die Dinge bei den Feldspielern. „Der beste Kader, den Bayern jemals hatte“ betont Vorstandvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Doch dieser Kader ist bereits vor der Qualifikation für die Champions-League leicht geschwächt. Vorerst stehen sowohl Owen Hargreaves wie Ze Roberto nicht zur Verfügung, länger ausfallen werden Roque Santa Cruz, der an Krücken humpelt, und Bixente Lizarazu mit einem Muskelfaserriss. Sehr lange ausfallen wird Sebastian Deisler, der sich erst gar nicht blicken ließ, als die Mannschaftsfotos aufgenommen wurden. Laut Pressesprecher Markus Hörwick geht es ihm „gar nicht gut“. Andererseits kann es sich der FC Bayern leisten, demnächst auf die Dienste von Carsten Jancker zu verzichten. Manager Uli Hoeneß bestätigte, dass man mit Udinese Calcio in Italien Gespräche geführt habe, vorerst ohne Ergebnis. Auch der FC Aarau soll Interesse an Jancker haben.

Die neu gegründete Bayern AG geht mit einem 60-Millionen-Euro-Etat in die Saison. Gespart werden soll höchstens „hier und dort“, meint Uli Hoeneß. Mirko Weber

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