Sport : Die Becker-Rolle

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Benedikt Voigt über den angeblichen Retter vom Rothenbaum

Kann er das? Boris Becker soll das Herrenturnier am Rothenbaum retten, nachdem der Deutsche Tennis-Bund (DTB) bereits das Frauenturnier zum Verkauf anbieten muss. Der DTB schloss mit Beckers Firma BCI einen Vertrag über die Vermarktung des Turniers, womöglich wird der bekannteste deutsche Tennisspieler sogar Turnier-Direktor am Rothenbaum. DTB-Präsident Georg von Waldenfels gratulierte sich selber zu diesem Vertragsabschluss: „Das ist ein entscheidender Schritt zur Sicherung des Tennis-Standorts Hamburg.“ Allein - er jubelt zu früh.

Der Tennisspieler Becker kann Sponsorenkontakte und öffentliches Interesse schaffen. Ähnlich wie Franz Beckenbauer könnte er die Aufmerksamkeit auf seinen Sport lenken. Doch der Geschäftsmann Becker kann nicht viel. Das zeigte sich beim Internetportal Sportgate, das Insolvenz anmelden musste, das bewies er bei der Firma „Boris Becker Marketing“, die es nicht mehr gibt, und auch seiner Nachwuchsförderung ist noch kein Erfolg beschieden. Auf jedem besseren Turnier lässt sich das sehen. Besser läuft es immerhin bei der Produktion von Schlagzeilen, einer Anklage wegen Steuerhinterziehung und zahlreichen Frauengeschichten sei Dank. Sieht so der Retter des Rothenbaums aus? Für Becker spricht, dass er in einem Augenblick Verantwortung übernimmt, in dem es dem deutschen Tennis schlecht geht. Es bleibt ihm zu wünschen, dass sein Konzept aufgeht. Wenn nicht, wird Boris Becker derjenige sein, der das deutsche Herrentennis nach oben geführt hat - und wieder nach unten.

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