Sport : Die Berliner bleiben trotz 0:1 in Chemnitz in der Zweiten Liga

Benedikt Voigt

Es war eine traurige Saison für den Fußball-Zweitligisten Tennis Borussia. Aufstieg, Erste Liga, Börsengang waren die Themen, mit denen sich der Verein vor dieser Spielzeit beschäftigte. Am Ende mussten sich die Berliner am letzten Spieltag sogar mit dem Abstieg in die Regionalliga befassen. Dass es nicht soweit kam, lag nicht an Tennis Borussia selber, das auch das letzte Saisonspiel beim Chemnitzer FC vor 12 600 Zuschauern mit 0:1 (0:1) verlor. Den Klassenerhalt verdanken die Berliner anderen Teams. Rot-Weiß Oberhausen zum Beispiel, das durch sein 1:1 beim FC St. Pauli die Stuttgarter Kickers in letzter Minute in die Regionalliga schoss. Oder dem Karlsruher SC, der den Stuttgarter Kickers ein 1:1 abtrotzte. Das sagt alles über die Mannschaft von Trainer Winfried Schäfer.

"Wir schauen nicht auf die anderen", hatte der Coach vor dem Spiel gesagt, "wir werden selber die Punkte gegen den Abstieg holen." Einige TeBe-Fans hatten schon vor dem Anpfiff den Glauben an ihren Trainer verloren und ein Transparent aufgehängt: "Abstieg 2000, Winnie wir danken dir." Acht Niederlagen in den letzten neun Spielen hatten Tennis Borussia in eine Situation gebracht, die vor Saisonbeginn undenkbar war. Bis zur 13. Minute hielten die Berliner gegen die unermüdlich kämpfenden Chemnitzer den Ball in den eigenen Reihen, auf dass dem eigenen Tor keine Gefahr droht. Dann aber kam Ervin Skela angeflogen - und mit ihm das 0:1. Nach einer weiten Flanke von der linken Seite durfte der 1,73 Meter große Stürmer unbedrängt köpfen, weil sich Marco Walker und Niclas Weiland bei der Bewachung des Angreifers uneins waren. Torwart Andreas Hilfiker war machtlos. Der Treffer hatte sich nicht angedeutet, doch die anschließende Drangperiode der Chemnitzer rechtfertigte ihn im Nachhinein.

Später bemühte sich Tennis Borussia vermehrt um einen eigenen Treffer. Doch nennenswerte Chancen sprangen dabei nicht heraus. Die gut 100 Fans, die TeBe zum Schicksalsspiel nach Chemnitz begleiteten, hatten nur zweimal Anlass zur Freude. Einmal zur Halbzeitpause, das zweite Mal nach dem Schlusspfiff, als jeweils das Ergebnis aus St. Pauli verlesen wurde. "Er-Weh-Oh, Er-Weh-Oh", riefen sie - wohl wissend, wem sie den Klassenerhalt in der Zweiten Liga in diesem Moment zu verdanken hatten. Dies wusste auch Schäfer, der sagte: "So kann es nicht weiter gehen. Ich werde mit meiner Frau und Präsident Zacharias reden. Das ist aber noch keine Abschiedsrede."

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