Sport : Die Berliner gewinnen gegen Rote Erde Hamm den 20. deutschen Meistertitel

Claus Vetter

Die Wasserfreunde Spandau 04 haben es geschafft: Gestern sicherten sich die Berliner im zweiten Finale um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft vor rund 1500 Zuschauern im Olympia-Schwimmstadion mit einem 6:2 (0:1, 1:0, 2:0, 3:1) über Rote Erde Hamm den Titel. Das erste Endspiel hatten die Berliner 9:4 bei den Westfalen gewonnen.

Der Weg zum 20. Meistertitel erwies sich für die Spandauer auf der Schlussetappe als überraschend steinig. Zumindest in den ersten beiden Abschnitten sah es gestern danach aus, als müssten die Berliner ihre Meisterschaftsfeier doch noch einmal vertagen. Couragiert und engagiert gingen die Gäste aus Hamm von Anfang an zu Werke. Lohn war der Führungstreffer durch Björn Kohle in der 5. Minute. Erzielt bei Berliner Unterzahl - Jens Pohlmann hatte einen Wasserverweis kassiert. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn die Hammer kurz darauf eine weitere Überzahlchance genutzt hätten. Hagen Stamm war jedenfalls in der ersten Pause ein wenig unwohl. "Hamm ist heute sehr stark", befand der Präsident von Spandau 04 knapp und blickte sorgenvoll Richtung Becken.

Und es sollte noch ein Weilchen dauern, bis sich die Miene von Stamm aufhellte, denn zunächst wurde im Berliner Lager munter weiter gezittert. Der einmal mehr herausragende Keeper auf Seiten der Spandauer, Alexander Tschigir, konnte einen Schuss von Hamms Alexander Ogorodnikow gerade noch so vor der Linie abfangen. Nach 12 Minuten und 48 Sekunden war es dann endlich so weit: Alexander Elke erlöste die Berliner von ihrer längsten Torflaute dieser Saison.

Im dritten Viertel wurde es hektisch, zunächst am Beckenrand. Dort haderten die Trainer beider Mannschaften mit den Entscheidungen der Schiedsrichter. Im Bassin rupften sich kurze Zeit später einige Akteure im Eifer gegenseitig die Badekappen vom Haupt. Unruhe, die den Gastgebern offensichtlich mehr nutzte als den Gästen aus Hamm. Denn plötzlich fanden die Berliner zu gewohnter Stärke. Binnen weniger Sekunden konnten die Berliner nach Treffern von Lasse Noerbaek und Thomas Schertwitis davonziehen. Die Vorentscheidung war damit gefallen, die Bemühungen von Rote Erde ließen nun spürbar nach. Im letzten Abschnitt konnten André König und Lasse Noebaek mit zwei Treffern, einer davon per Viermeter erzielt, das Ergebnis noch recht klar gestalten. Den Schlusspunkt unter eine mehr umkämpfte als gutklassige Partie setzte Hamms Jörg Dresel.

Es folgten das obligatorische Bad von Trainer Peter Röhle im Becken sowie die - für die Spandauer Wasserfreunde schon zur Gewohnheit gewordene - Meisterehrung. Originell dabei durchaus, dass sich die Spieler der Wasserfreunde bei ihren Fans mit Sprechchören für die Unterstützung bedankten. Dass die letzte Etappe auf dem Weg zur Meisterschaft eine recht anstrengende war, interessierte naturgemäß im Moment der Jubelarien nicht mehr.

Ein paar kleine Wermutstropfen gab es bei allem Trubel trotzdem. Dirk Klingenberg und Peter Bukowski hatten ihr letztes Spiel für die Wasserfreunde bestritten. Der einstige Torjäger Klingenberg war trotz seines Weggangs aus Berlin nicht sonderlich traurig: "Mein Flieger geht erst morgen um 19 Uhr, jetzt wird erst einmal gefeiert."

Peter Bukowski, der gestern zum Karriereabschluß seine 13. Deutsche Meisterschaft mit den Wasserfreunden gewinnen konnte, wurde dagegen ein wenig nachdenklich. "Schon seit Anfang der Saison habe ich mich in Gedanken auf dieses Spiel vorbereitet", sagte der 36jährige, "Dass nun alles vorbei ist, werde ich wohl erst in einigen Wochen begreifen." Freilich, ein kleiner Scherz ging dem 205fachen Ex-Nationalspieler dann doch noch über die Lippen. "Als wir heute in den ersten beiden Vierteln Probleme hatten, da habe ich schon gedacht, dass mein Abschiedsspiel erst am Sonntag stattfindet."

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