Sport : Die bessere Bank gewinnt

Die Füchse zeigen sich fast auf Augenhöhe mit Kiel

von
Foto: dpa
Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Kurz vor Schluss standen auch Martin Heuberger und Heiner Brand auf. Nachdem 9000 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle bereits zwei Minuten stehende Ovationen gespendet hatten, erhoben sich auch der neue Handball-Bundestrainer und sein Vorgänger von ihren Plätzen. Ihre Geste konnte zweifelsfrei als Anerkennung für die Füchse Berlin und den THW Kiel interpretiert werden, die im Bundesliga-Spitzenspiel 60 Minuten lang großartigen Handball gezeigt hatten, mit dem besseren Ende für die Kieler und einer 32:33-Niederlage für die Füchse.

Obwohl der THW den Bundesliga-Startrekord damit auf zehn Siege in Serie ausbaute, haben die Berliner am Sonntag eine erfreuliche Erkenntnis gewonnen. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass wir einem Spitzenteam wie den Kielern auf Augenhöhe begegnen können“, sagte Rechtsaußen Markus Richwien. Kiels Nationalspieler Dominik Klein pflichtete ihm bei. „Der Sieg war ein unglaublicher Kraftakt. Wir haben uns die Punkte schwer erarbeitet.“ In den ersten neun Saisonspielen hatte der Rekordmeister die Konkurrenz vorgeführt und bei neun Siegen ein Torverhältnis von plus 96 herausgeworfen. Gegen die Berliner aber wurde der THW zum ersten Mal über die komplette Spielzeit gefordert. Nicht zuletzt deshalb adelte THW-Coach Alfred Gislason den Gegner: „Wir haben bei einem Mitkonkurrenten um den Titel gewonnen.“

In einer hochklassigen Partie profitierten die Kieler von ihrem mit 14 Nationalspielern besetzten Kader. „Die bessere Bank hat gewonnen“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger. Die Füchse sind mittlerweile selbst in der glücklichen Lage, einen Ausnahmespieler wie den Spanier Iker Romero von der Bank bringen zu können – die Ressourcen des Kieler Kaders scheinen aber beinahe unerschöpflich. Besonders der Franzose Daniel Narcisse narrte die Berliner Defensive mit seinem unfassbaren Repertoire an Körperfinten, Würfen und Anspielen.

Mit dem zehnten Kieler Erfolg scheint bereits eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft gefallen zu sein. „Der Sieg ist ein großer Pluspunkt für den THW“, sagte Heuberger. „Zum Gratulieren ist es allerdings noch zu früh.“ Die Statistik lässt jedoch wenig Hoffnung für die Konkurrenz aus Hamburg, Flensburg (beide 16:4 Punkte), Berlin (13:5) und von den Rhein-Neckar Löwen (15:5) – seit 2008 hatte der Meister nach 34 Spieltagen nie mehr als sieben Minuspunkte auf dem Konto.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben