Sport : Die böse Zahl 100

Energie Cottbus macht den Abstieg perfekt

Daniel Pontzen

München. André Lenz hatte eine unangenehme Aufgabe gestern, er musste seinen künftigen Arbeitgeber ärgern, schon aus eigenem Interesse. Der Torwart von Energie Cottbus, ab Sommer im Dienst des TSV 1860, wollte sich im Münchner Olympiastadion mit feinen Paraden seinem künftigen Trainer Falko Götz empfehlen, auch wenn es 1860 die UI-Cup-Teilnahme hätte kosten können. Es ist letztlich recht glimpflich abgelaufen für den Cottbuser Kapitän: Er hat artig verloren mit seinen Kollegen, aber immerhin traf ihn keine Schuld am verdienten 3:0-Sieg der Münchner. Nach 100 Punkten aus 100 Bundesligaspielen steht fest, dass Energie Cottbus in die Zweite Liga absteigt – als 100. Absteiger der Bundesliga-Geschichte.

Schon nach fünf Minuten sprang Lenz vergebens in die Torecke, Jiayi Shao hatte einen Freistoß von der Strafraumecke präzise ins Tor geschlenzt. „Ich weiß nicht, ob er mich verstanden hat“, sagte Kollege Thomas Häßler zu der Aktion, „aber ich habe ihm gesagt: Hau jetzt einen rein – wie im Training.“ Wie im Training lief es nur für die Gastgeber, Schroth erzielte durch einen kunstvollen Drehschuss das 2:0. Zumindest Lenz hatte kurz vor der Halbzeit ein kleines Erfolgserlebnis, als er einen Kopfball Torben Hoffmanns aus kürzester Distanz glänzend parierte.

Sonst glänzte nichts im Spiel der Cottbuser. „Tempo, Leidenschaft – heute hat alles gefehlt, was Fußball ausmacht“, maulte Trainer Eduard Geyer. „Man hat auch nicht viel von den Leuten gesehen, die sich hätten aufdrängen können.“ Einziges Glück der Gäste war, dass 1860 nicht allzu gnadenlos bei der Chancenverwertung vorging. Es reichte nur zu einem weiteren Treffer, den Schroth per Knie beisteuerte. Der einzige Cottbuser, dem das 0:3 noch schaden könnte, ist André Lenz. Sollte 1860 den UI-Cup erreichen, ginge die Vorbereitung zwei Wochen früher los. Ein kurzer Sommer wäre das.

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