Sport : Die Bundesliga-Vereine wollen die Abstiegsregel kippen

Milliarden-Deal um Fernseh-Rechte, Krisensitzung der Schiedsrichter und brisante Entscheidung des Ligaausschusses - dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) steht ein turbulenter Donnerstag ins Haus. So befindet der Ligaauschuss darüber, ob ein Aufsehen erregender Antrag von einem Drittel aller Bundesliga-Klubs von der ganzen Liga getragen und am 29. April dem DFB-Beirat zur Verabschiedung vorgelegt wird. In Zusammenhang mit den Unruhen um Eintracht Frankfurt im laufenden Lizenzierungsverfahren für die kommende Saison soll die bestehende Abstiegsregel gekippt werden.

Im Falle eines Lizenzentzuges für einen Verein, der sportlich den Klassenerhalt schafft, soll die Zahl der Absteiger von drei auf zwei sinken. Dies verhindert im Moment Paragraph 39 - Absatz zwei der Spielordnung des DFB, der besagt, dass kein Verein von einem Lizenzentzug profitieren darf. Die Bundesliga würde demnach in der kommenden Saison mit 17 Klubs weiter spielen.

Dies wollen der SC Freiburg, Arminia Bielefeld, der MSV Duisburg, Hansa Rostock, der SSV Ulm und die SpVgg Unterhaching vermeiden. Stellvertretend für die anderen übergab Freiburgs Manager Andreas Rettig am Montag bei der Managertagung den Antrag an Liga-Chef Straub. Das Reizthema Eintracht Frankfurt wurde aber ausgelassen. Rettig: "Das haben wir bewusst nicht angesprochen." Auf der Vollversammlung könnten die finanziellen Drahtseilakte der Hessen jedoch aufs Podium gehoben werden.

Mit Spannung wird auch erwartet, ob die Vollversammlung der 36 Profiklubs über den Abschluss eines Fernsehvertrages mit der Kirch-Gruppe über drei Jahre für rund 1,65 Milliarden Mark entscheiden wird. Der Ligaauschuss könnte das Geschäft absegnen, dessen vorab publik gewordenen Inhalte der DFB noch dementiert. Immerhin bestätigte Liga-Direktor Wilfried Straub, dass in der vergangenen Woche Gespräche mit der Kirch-Gruppe stattgefunden haben. Straub rechnet mit einem endgültigen Vertragswerk allerdings erst für Anfang Mai.

Viel Zündstoff birgt auch die kurzfristig anberaumte Manöverkritik der Bundesliga-Schiedsrichter. "Oberschiedsrichter" Volker Roth (Salzgitter) hat zum Rapport gebeten, nachdem einige Unparteiische zuletzt durch krasse Fehlentscheidungen unangenehm aufgefallen waren. Jüngstes Beispiel: Hartmut Strampe aus Handorf übersah am Sonnabend ein Handspiel des Leverkusener Nationalstürmers Ulf Kirsten im eigenen Strafraum. Der Elfmeterpfiff blieb aus und Borussia Dortmund die große Chance zum 2:2 verwehrt. Bayer gewann 3:1.

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