Sport : Die Chance nach 47 Jahren

BHC-Männer stehen im Finale um die Hockeymeisterschaft, Frauen scheitern.

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Einsatz ohne Ertrag. Natascha Keller (links) konnte die Niederlage ihrer Mannschaft am Samstag nicht verhindern. Foto: Engler
Einsatz ohne Ertrag. Natascha Keller (links) konnte die Niederlage ihrer Mannschaft am Samstag nicht verhindern. Foto: EnglerFoto: Fotoagentur-Engler

Berlin - Es war ein echter Festtag auf der Anlage des Berliner Hockey-Clubs in Zehlendorf. Sowohl die Frauen als auch die Männer des Vereins präsentierten sich am Samstag bei der erstmals seit Jahren wieder gemeinsam ausgetragenen Endrunde um die Deutsche Meisterschaft in ihren Halbfinals in glänzender Form. Bei den Damen reichte es für das Team um die überragende Natascha Keller im besten Saisonspiel beim 2:3 gegen den Titelverteidiger UHC Hamburg dennoch nicht für das Endspiel. Für die Männer dagegen schon. Die Mannschaft von Trainer Trainer Friedel Stupp lieferte, ebenfalls gegen den UHC Hamburg, eine Demonstration ab. Am Ende stand ein 4:0 (2:0)-Sieg gegen die Hanseaten, die gerade erst zum dritten Mal die Euro-Hockey-League (EHL) gewonnen hatten. Das Transparent einiger Fans mit der Aufschrift „EHL-Sieger-Besieger“ zeigte bereits während der Partie an, wohin die Reise an diesem Nachmittag gehen würde.

Der BHC war mit den Meriten von Liga-Meisterschaft und starken 50 Punkten in die Endrunde gegangen und setzte vor allem auf den Trumpf einer starken Verteidigung, in der sich insbesondere Torhüter Uli Bubholz und Martin Häner hervortaten. Die Kritik, ein echter Goalgetter und Knipser fehle, widerlegten die Berliner gegen Hamburg überzeugend. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir nicht mit weißer Flagge auflaufen und uns etwas einfallen lassen werden. Das haben wir getan“, sagte Trainer Stupp. Martin Häner habe dabei erneut eine großartige Partie geliefert, „aber es war nicht nur Häner, der das Match gewonnen hat“. Alle hatten ihren Anteil am Erfolg – ob Felix Wild, einer aus der ruhmreichen Keller-Dynastie, Richard Braun, der in der Abwehr mit seinem Gegenüber Mo Fürste einen der weltbesten Center erfolgreich bearbeitete, oder die beide jungen Stürmer Jonas Gomoll und Niklas Cartsburg.

Nun haben sie die Chance, den ersten Feld-Titel für die BHC-Herren seit 1965 zu gewinnen. Friedel Stupp musste bei der Frage, wie er die Euphorie nach dem Halbfinal-Triumph mit Toren von Cartsburg, Till Scharp, Häner und Gomoll zu bremsen gedenke, grinsen. „Typische Journalistenfrage! Ich verspreche Ihnen, Sie müssen sich keine Sorgen für das Finale am Sonntag machen.“ Das klang bei den Spielern nicht anders. „Jeder hat für den anderen geackert, das hat echt Laune gemacht“, sagte etwa Nationalspieler Pilt Arnold, der sich noch Hoffnungen auf einen Platz im deutschen Olympia-Team macht. Im Endspiel soll nach einer bewährten Devise gehandelt werden: „Defense wins Championships“.

Dass die Berliner trotz dieser Vorgabe auch zu Erfolgen vorne, sprich Treffern, in der Lage sind, daran hat Friedel Stupp keinen Zweifel. „Wir sind zielorientiert, wollen jedes Spiel gewinnen. Was das für das Finale bedeutet, das kann sich jeder ausrechnen.“ Ein Erfolg war für BHC-Präsident Michael Stiebitz die Veranstaltung auch so schon jetzt. 2000 Zuschauer waren bei den Damen da, 2500 bei den Herren. „Ein echtes Fest eben“, sagt er. Fehlt nur noch der Titel für die Männer um Martin Häner.

Die Frauen werden am Sonntag auf jeden Fall auch im Stadion sein. Sie haben durchaus ein Anrecht darauf, noch einmal gefeiert zu werden. „Wir dürfen stolz sein, denn so gut wie im Halbfinale haben wir in der ganzen Saison noch nicht gespielt“, sagte die mit zwei Toren erfolgreiche und ebenso unermüdliche Antreiberin Natascha Keller.

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