Sport : Die Chancen der anderen Deutschen

NICK HEIDFELD



Selten sah man den Mönchengladbacher kurz vor Saisonbeginn so zuversichtlich. Der 31-Jährige glaubt daran, in diesem Jahr nicht nur endlich seinen ersten Sieg feiern zu können – sondern auch daran, im WM-Titelkampf mitmischen zu können. Im vergangenen Jahr hatte der BMW-Sauber-Pilot lange vor allem damit zu kämpfen, mit den Reifen zurechtzukommen. Vor allem im Qualifying ließ ihn Teamkollege Robert Kubica deutlich hinter sich. Doch jetzt könnten sich die Verhältnisse wieder umkehren. Die neuen Regeln scheinen Heidfelds Übersicht und Cleverness entgegen zu kommen.

SEBASTIAN VETTEL

Der jüngste Deutsche kämpft in diesem Jahr vor allem gegen die hohen Erwartungen an ihn. In der letzten Saison bei Toro Rosso war er noch krasser Außenseiter, der Sieg im Regen von Monza als jüngster Pilot überhaupt deshalb eine Sensation. Jetzt, im Nummer-1-Team von Dosenkönig Dietrich Mateschitz bei Red Bull, muss er seinen Ruf als kommender Weltmeister bestätigen. Denn der Respekt vor dem erst 21-Jährigen ist zwar deutlich gestiegen und entspricht schon dem eines gestandenen Piloten. Aber für die Erwartungshaltung gilt das auch: Teamchef Christian Horner will „mindestens Podestplätze“. Und nicht nur er fragt sich: „Warum sollten wir nicht auch um den Sieg mitfahren können?“ Mit der Beantwortung dieser Frage ist Vettel betraut.

NICO ROSBERG

Das große Fragezeichen. Nicht aufgrund seines eigenen Leistungsvermögens – aber ob sein Team Williams ihm endlich einmal ein echtes Top-Auto zur Verfügung stellt, muss nach anfänglicher Euphorie bei den Tests doch zumindest hinterfragt werden. Eines weiß der 23-Jährige immerhin genau: „Wenn ich diese Jahr mit Williams nicht den Durchbruch schaffe, muss ich nächstes Jahr irgendwie in einem Top-Team unterkommen.“ Allein schon, um sich diese Chance offen zu halten, muss er zeigen, dass er aus dem Williams immer das Optimale herausholt, ohne wie 2008 im Übereifer unnötige Fehler zu begehen. „Das soll und darf natürlich nicht mehr passieren“, sagt er. „Aber ich bin mir sicher, dass ich daraus gelernt habe.“

ADRIAN SUTIL

Ihm wäre schon damit gedient, sich endlich einmal aus der letzten Startreihe verabschieden zu können. „Und ich bin auch überzeugt, dass uns das gelingt“, sagt der 26-Jährige. Schließlich ist aus seinem Team Force India inzwischen so etwas wie eine B-Mannschaft von McLaren geworden. Der Mercedes-Motor und der gesamte Antriebsstrang sowie viele Mitarbeiter wurden vom Weltmeisterteam 2008 importiert. Zunächst einmal aber hat Sutil eine interne Aufgabe zu lösen: Er sollte seinen Teamkollegen Giancarlo Fisichella um einiges deutlicher distanzieren als in der vergangenen Saison. -urm

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