Sport : Die DEL und der Tod des Stéphane Morin

Claus Vetter

Heute vor einem Jahr starb Stéphane Morin. Während des Spiels seiner Berlin Capitals in Oberhausen erlag der Stürmer im zweiten Drittel auf der Spielerbank einem Herzversagen. Der kanadische Eishockeyprofi wurde nur 29 Jahre alt, er hinterließ Frau und Kind. Schon wenige Stunden nach dem Tode Morins sahen sich die Verantwortlichen der Capitals mit Doping-Vorwürfen konfrontiert. Die bestätigten sich nicht. Stéphane Morin starb an einem Herzinfarkt, es war bereits sein zweiter. Ein paar Jahre zuvor hatte er einen sogenannten "stillen Infarkt" erlitten.

Gestern haben die Capitals wieder in Oberhausen gespielt, fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Tod des Stéphane Morin. Diese Spielansetzung spricht nicht gerade für das Einfühlungsvermögen der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die Capitals aber wollen sich nicht vorwerfen lassen, nach Morins Tod in Gleichgültigkeit verfallen zu sein. Es wurde Geld für die Familie gesammelt, ein Benefiz-Golf-Turnier für die Hinterbliebenen befindet sich noch im Stadium der Planung.

Als posthume Ehrung wurde Morins Trikot mit der Nummer 21 unter die Decke in der Eissporthalle an der Jafféstraße gezogen - und vor dieser Saison wieder abgehängt. Dort sollten nur Trikots von Spielern hängen, die besondere Verdienste um den Verein hätten - diese offizielle Begründung der Capitals GmbH können nicht alle nachvollziehen, auch nicht mit einem Jahr Abstand. "Bei uns in Nordamerika wäre so etwas undenkbar", sagt Marc Fortier, Kapitän der Berliner Eisbären und der beste Freund des verstorbenen Morin. "Ein Trikot, das einmal als Ehrung an der Hallendecke hängt, darf nie wieder heruntergelassen werden."

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