Sport : Die deutsche Disziplin Rebensburg und Hölzl glänzen im Riesenslalom

Aspen - Ein Wimpernschlag fehlte zum Sieg, doch auf dem Podest in Aspen war die Freude von Viktoria Rebensburg und Kathrin Hölzl ungebrochen. Kurz nach dem ersten Frust über den um nur eine Hundertstelsekunde verpassten Weltcup-Sieg hinter der französischen Skirennfahrerin Tessa Worley konnte Olympiasiegerin Rebensburg bereits wieder lächeln, und erhielt wie die Drittplatzierte Hölzl ein Extra-Lob von Maria Riesch. „Vicky und Katy sind im Moment die besten Riesenslalomfahrerin der Welt, ich würde gerne mit ihnen mithalten“, sagte Doppel-Olympiasiegerin Riesch, die am Sonntag im Slalom Zweite hinter der Schwedin Maria Pietilae-Holmner wurde.

Nicht nur ihre Teamkolleginnen blicken derzeit beeindruckt auf das deutsche Riesenslalom-Erfolgsduo. Bereits vor fünf Wochen in Sölden hatten Weltmeisterin Hölzl auf dem zweiten Rang und Rebensburg als Siegerin ihre Ausnahmestellung in dieser Disziplin bewiesen. „Viktoria fährt eine sehr aggressive Linie, das zeigt ihr ganzes Selbstvertrauen“, lobte Frauen-Cheftrainer Thomas Stauffer die Olympiasiegerin. Der Sieg in Whistler galt noch als Überraschung, inzwischen scheint sich herauszustellen, dass es der Beginn einer großen Skikarriere gewesen sein dürfte. Nach drei Rennen führte Viktoria Rebensburg sogar die Weltcup-Gesamtwertung an, vor ihren Teamkolleginnen Maria Riesch und Kathrin Hölzl. Für die WM in Garmisch-Partenkirchen lässt das einiges erhoffen. Lena Dürr komplettierte mit ihrem 17. Platz das hervorragende Ergebnis der deutschen Fahrerinnen. „Das ist ein superschönes Ergebnis, wir sind mehr als zufrieden“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. „Die Saison ist richtig gut losgegangen“, resümierte auch Rebensburg. Bei der Zieldurchfahrt hatte sie der knappe Abstand zu Worley zunächst geärgert. „Im ersten Moment hat es schon ein bisschen wehgetan“, sagte sie. Dann aber erinnerte sie sich auch an ihren bisher größten Triumph, als sie in Whistler mit einem Vorsprung von nur vier Hundertstelsekunden die olympische Goldmedaille gewonnen hatte. „Es kommt immer zurück im Leben, deswegen ist die Freude jetzt natürlich riesengroß“, sagte sie.

Auch Teamkollegin Hölzl grämte sich nicht lange, dass sie wie Rebensburg nur minimal am Sieg vorbeigerauscht war. Nur zwei Hundertstelsekunden fehlten zum Sieg. „Das ist natürlich schade, aber ich bin super happy, dass noch ein Podestplatz dabei rausgesprungen ist“, sagte die Weltmeisterin. Während Rebensburg ihren Vorsprung als Führende des ersten Laufs mit einem Fehler im flachen Teil verspielte, fuhr Hölzl nach einem verpatzten ersten Durchgang auf Angriff.

Gegen die im zweiten Lauf ohne Patzer fahrende Tessa Worley konnten sich jedoch beide nicht durchsetzen. „Ich konnte es nicht glauben“, sagte die Französin nach ihrem zweiten Erfolg in Aspen. Sie musste sie bei der Fahrt von Rebensburg jedoch bange Sekunden überstehen. „Es war sehr eng, und es sah zunächst aus, als wenn sie mich einholen würde“, sagte Worly.

Bitter verlief das Wochenende für Carolin Fernsebner. Nur fünf Wochen nach ihrem Weltcup-Comeback stürzte die 24-Jährige im ersten Durchgang. Sie musste ins Krankenhaus und wurde dort sofort operiert. Es stellte sich heraus, dass sie sich am Meniskus verletzt und sich erneut das Kreuzband gerissen hatte. Anfang kommender Woche soll sie zu weiteren Untersuchungen nach Deutschland gebracht werden. Fernsebner war erst Ende Oktober nach 22 Monaten Pause und zwei Kreuzbandrissen zurückgekehrt.Tsp/dpa

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