Sport : Die Deutschen bleiben vorn

Ein wenig mitleidig war Ulrich Strombach belächelt worden. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft, verkündete der Präsident des Deutschen Handball-Bundes, habe das Zeug dazu, in Schweden Europameister zu werden. Es hätte nicht viel gefehlt. Nur sieben Sekunden.

So gewagt war die Prognose nicht. Seit Jahren gehören die deutschen Handballer zur Weltspitze, die sich nach wie vor aus europäischen Ländern rekrutiert. Schweden, Frankreich, Spanien, Russland, zu denen sich diesmal auch noch Dänemark und Island gesellten, machen die Musik. Und eben auch Deutschland. Die Tagesform oder nur ein Tor entscheiden. Manchmal auch mehr. So, wenn die Deutschen von Island deklassiert werden und das seinerseits von den Schweden vorgeführt wird. Dennoch, die Weltspitze liegt dicht beieinander.

Es bedarf auch keiner prophetischen Gabe, um vorauszusagen, dass sich die Deutschen in ihr halten werden. Weil die Mischung stimmt, auch der Altersdurchschnitt. Der alte und neue Europameister mit seinen 37-jährigen Assen Wislander, Olsson und Lindgren hat einen Durchschnitt von 30,5, bei den Deutschen liegt er drei Jahre niedriger. Ein Pascal Hens, ein Christian Zeitz - das sind die großen Hoffnungsträger, die in Schweden schon erstaunliche Reife bewiesen. Da wird Bundestrainer Heiner Brand verschmerzen können, wenn sich Volker Zerbe nun endgültig aufs sportliche Altenteil zurückzieht.

3,72 Millionen sahen im Fernsehen die Originalübertragung des Endspiels. Eine beachtliche Quote. Handball ist, wie nach dem WM-Gewinn 1978, im Aufwind. Hoffentlich bald auch wieder in Berlin.

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