Sport : Die deutschen Skiflieger holen mit Rekordweite Silber

Vikersund - Richard Freitag flog und flog und flog. 230 Meter weit trug es ihn in Vikersund – so weit wie noch keinen anderen deutschen Skispringer vor ihm. Was folgte, war Jubel, von ihm und den Kollegen, die sich ebenfalls sehr gut anstellten. Mit einer grandiosen Leistung hat das deutsche Quartett WM-Silber geholt. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass es vor zwei Jahren in Planica nur zu Platz sieben gereicht hatte. Überhaupt war es für ein deutsches Team erst die zweite WM-Medaille in dem seit 2004 im Programm stehenden Mannschaftswettbewerb. Zudem erreichten die vier Starter in Vikersund das beste Teamergebnis der WM-Historie im Skifliegen. „Das ist gewaltig. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich habe gemerkt, der geht, und nur gedacht: Weiter, weiter, weiter“, sagte Richard Freitag nach seinem Sensationssprung.

Mit 1625,2 Punkten musste das Quartett mit Andreas Wank, Maximilian Mechler, Severin Freund und Richard Freitag lediglich Titelverteidiger Österreich (1648,4) mit den Springern Thomas Morgenstern, Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Martin Koch den Vortritt lassen. Bronze ging an Slowenien um den überragenden Einzel-Weltmeister Robert Kranjec. Den weitesten Flug des Tages stand der Japaner Daiki Ito mit 240 Metern. „Silber bedeutet sehr viel für uns. Das ist eine Riesenbestätigung unserer Arbeit. Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Bei strahlend blauem Himmel und guten Bedingungen ohne gefährliche Windböen gab der deutsche Startspringer Wank mit zwei persönlichen Bestleistungen von 211 und 214 Metern gleich die Richtung vor. Dann ging Richard Freitag an den Start. Der 20-Jährige steigerte zunächst seinen persönlichen Rekord auf 223,5 Meter und flog im Finale mit 230 Metern weiter, weiter, weiter als alle Deutschen vor ihm. Er verbesserte damit den sieben Jahre alten Rekord von Michael Neumayer um 2,5 Meter. Tsp/dpa

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