Sport : Die deutschen Turner gehen bei der WM in China geschwächt an die Geräte

Zwei Männer, zwei Perspektiven: Während für die Männer-Riege von Cheftrainer Rainer Hanschke die Olympia-Qualifikation bei der Turn-Weltmeisterschaft in Tianjin (China) nur eine Formsache ist, wird sie für die Frauen von Dieter Koch eine knifflige Angelegenheit. Hanschke peilt mit seinen Turnern wie 1997, als Walerie Belenki noch Seitpferd-Weltmeister wurde, die Medaillenrunde der letzten Sechs und damit problemlos Sydney 2000 an. Koch hingegen mit seinen Turnerinnen nur den zwölften Platz, womit sie noch das letzte Olympia-Ticket ergattern würden.

Gebremst wurde allerdings Hanschkes Optimismus wenige Stunden vor der Eröffnung der WM am Freitag. Der Grund: Der Ausfall des siebenfachen Deutschen Meisters Sergej Scharkows (Dillingen) wegen einer Bauchmuskelfaseriss. Er könnte der deutschen Mannschaft trotz des Einsatzes von Ex-Meister Peter Nikiferow "bis zu einen Punkt" kosten. Doch Mannschaftsarzt Hans-Peter Boschert konnte dem Team und Scharkow keine Hoffnung machen: "Das ist wirklich bitter, aber bis zum Wettkampf am Sonntag kriegen wir das nicht mehr hin."

So schwere Sorgen plagen Koch nicht. "Es wird verdammt hart, aber wir können das Ziel erreichen. Doch mehr als zwei bis drei Fehler dürfen es nicht sein." Wie schwer hier vom heutigen Sonnabend an gekämpft wird, zeigte die Meldeliste: Immerhin bewerben sich 86 Mannschaften bei Männern und Frauen um die insgesamt 24 Olympia-Tickets. Das Dilemma ging im Vorfeld aus deutscher Sicht schon damit los, dass die Frauen in der Gruppe 7 den WM-Dritten China sowie Chile, Argentinien, Belgien und eine Mixed-Gruppe zugelost bekamen.

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