• DIE DISKUSSION UM ELEKTRONISCHE ASSISTENTEN: In der Bundesliga sind Unterbrechungen unerwünscht

DIE DISKUSSION UM ELEKTRONISCHE ASSISTENTEN : In der Bundesliga sind Unterbrechungen unerwünscht

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) lehnt einen Videobeweis bei Bundesliga-Spielen bislang ab. Der ehemalige Fifa-Referee Hellmut Krug, der die DFL in Schiedsrichterfragen berät, sagte dem Tagesspiegel: „Für uns ist das gar kein Thema. Das kommt überhaupt nicht in Frage.“ In anderen Sportarten wie Eishockey oder American Football hingegen ist es für die Unparteiischen Routine, bei strittigen Szenen ihre Entscheidung erst nach einem Blick auf den Bildschirm zu treffen. Die Spielunterbrechung, die dafür nötig ist, missfällt den Verantwortlichen im Weltfußball allerdings.

Beim Start der Bundesliga- Rückrunde zeigte sich die Fehlbarkeit des Videobeweises: Bei der Analyse einer Abseitssituation im Spiel Cottbus gegen Leverkusen kamen die elektronischen Augen der Fernsehsender ARD und ZDF zu unterschiedlichen Ergebnissen. Gerade im Fall der Abseitsregel gilt der Videobeweis als kompliziert. Beim Erstellen des Standbilds muss der Moment der Ballabgabe genau getroffen werden. Die ARD-„Sportschau“ nutzt zurzeit ein System, bei dem es rund fünf Minuten dauert, bis eine virtuelle Abseitslinie anhand von Koordinaten auf dem Spielfeld errechnet wird. Das ginge auch schneller – dazu müssten die Fernsehkameras aber Daten über Drehwinkel, Neigung und Zoom permanent an einen Rechner übermitteln, um verzerrte Darstellungen zu verhindern. Auch diese Lösung ist aber keinesfalls fehlerfrei.

Bei Entscheidungen darüber, ob ein Ball im Tor war oder nicht, könnte es bald eine elektronische Beweisführung geben. Bei der Klub-WM im Dezember in Japan wurde ein Chip-im-Ball-System unter Wettkampfbedingungen getestet. Dem Schiedsrichter wird dabei elektronisch übermittelt, dass der Ball im Tor ist. Am

8. März werden die Ergebnisse dem International Football Association Board vorgestellt. Das für Regeländerungen zuständige Gremium wird entscheiden, ob das System ins Regelwerk aufgenommen und weltweit eingesetzt wird. lsp

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