Sport : Die dritte Stufe lockt

Im Heimspiel gegen Dormagen geht es heute für die Füchse auch um einen Platz im Handball-Europapokal

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Entschlossener Abschied. Mark Bult wird die Füchse nach Saisonende verlassen, in den letzten beiden Spielen will er für die Berliner noch viele Tore werfen. Foto: Kai-Uwe Heinrich
Entschlossener Abschied. Mark Bult wird die Füchse nach Saisonende verlassen, in den letzten beiden Spielen will er für die...

Berlin - Lange braucht Mark Bult nicht zu überlegen, bis ihm die passende Beschreibung für seine aktuelle Situation einfällt. „Jetzt erst recht!“, sagt der Holländer vor seinem letzten Spiel für die Füchse in der heimischen Schmeling-Halle. „Ich möchte auch Bob Hanning zeigen, dass es vielleicht ein Fehler war, mir keinen neuen Vertrag zu geben“, ergänzt der Linkshänder in Richtung des Managers. Ein guter Abschied sei ihm wichtig, der letzte Eindruck bleibe schließlich haften. Eine bessere Einstellung kann sich der Chef des Handball-Bundesligisten aus Berlin nicht wünschen, denn Bult-Tore braucht sein Team nach wie vor dringend. Mit 114 Saisontreffern ist er derzeit der erfolgreichste Werfer des Teams. Gegen den TSV Dormagen geht es ab 17 Uhr in ausverkaufter Halle nicht nur um den Erfolg allein, auch ein dickes Polster wäre im Kampf um Rang acht – einen möglichen Europacupplatz – ausgesprochen hilfreich. Zwei Punkte und zwölf Tore sind die Füchse derzeit noch dahinter. „Es wäre schon toll, wenn wir das noch biegen könnten“, sagt Bult, der nach drei Jahren in Berlin ab der kommenden Saison beim polnischen Champions-League-Teilnehmer Kielce seine Angriffswucht einbringen wird.

Lob für den Tatendrang bekommen er und die weiteren Abwanderer Kjetil Strand und Rico Göde von ihrem Trainer Dagur Sigurdsson: „Ihre Einstellung ist absolut professionell.“ Der Isländer warnt aber zugleich davor, die abstiegsbedrohten Dormagener – mit dem Ex-Fuchs Jens Vortmann im Tor – als Gegner der leichteren Art abzuwerten. „Einen hohen Sieg kann man ohnehin nicht trainieren“, sagt er. „Und überhaupt: Das anzukündigen, wäre arrogant. Wir haben das Hinspiel immerhin im Dezember mit 23:32 verloren.“ Für Bob Hanning waren diese Niederlage und die Pleite in Wetzlar „die Tiefpunkte der Saison“. Aber es habe auch unerwartete Punktgewinne gegeben, wie zuletzt bei den Rhein-Neckar-Löwen. „Das zeigt, wie sich die Mannschaft im Verlaufe der Saison weiterentwickelt hat.“ Das sei ihm momentan wichtiger als das viele Gerede über den Europacup. Hanning spricht von fünf Stufen eines Lernplateaus. „Wir sind gerade dabei, von der zweiten auf die dritte Stufe zu klettern“, erklärt er den Stand der Füchse innerhalb der Liga. „Mit Platz drei in der Zuschauerstatistik der Bundesliga haben wir zwar Champions-League-Niveau erreicht, aber nur da. Ansonsten trennen uns von jeder noch höheren Stufe schon Welten.“

Deshalb sehen Hanning und Sigurdsson das Thema Europacup für die kommende Saison auch nicht als ein Muss an. Sie wissen um die Schwachstellen, haben deswegen auch die Halbpositionen mit dem Nationalspieler Sven-Sören Christophersen und dem Isländer Alexander Petersson verstärkt. Und offenbar wird von ihnen mittlerweile darüber nachgedacht, dem Kroaten Ivan Nincevic doch noch einen neuen Vertrag anzubieten. Nicht nur wegen dessen 76 Toren in 14 Spielen, sondern auch dank seiner abgezockten Spielweise. Spieler dieser Art braucht die Mannschaft für das Erreichen höherer Ziele. Die natürlich Europacup lauten, aber aktuell eben auch bedeuten würden, den gerade gekürten Europacupsieger und vorigen EHF-Cup-Gewinner TV Großwallstadt hinter sich zu lassen. Eine besondere Prämie für viele Füchse-Tore gegen Dormagen hat Hanning aber vorsorglich angekündigt: „Pro Tor habe ich 25 Liter Freibier ausgelobt.“ So kann sich auch Mark Bult bei den Fans noch einmal besonders beliebt machen.

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