Die Eisbären im Generationswechsel : Eine neue Hierarchie

Jahrelang bildeten André Rankel und Co. das Korsett der Eisbären. Noch immer sind die älteren deutschen Spieler wichtig, doch so langsam vollziehen die Eisbären einen Generationswechsel.

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Der Erfolgreichste. In dieser Saison ist Marcel Noebels bester deutscher Scorer bei den Eisbären. Foto: Imago/Eibner
Der Erfolgreichste. In dieser Saison ist Marcel Noebels bester deutscher Scorer bei den Eisbären.Foto: Imago/Eibner

Als Uwe Krupp im Dezember 2014 nach Berlin kam, schien die Angelegenheit für den neuen Trainer der Eisbären einfach. Am Tag seines Amtsantritts plauderte Krupp mal so heraus: „Ich habe heute dem Pete gesagt, dass Spieler wie Rankel, Busch und Hördler nun zu unseren erfahrenen Spielern werden. Die müssen jetzt das Team führen.“ Klang ja plausibel, zumal „der Pete“, Geschäftsführer Peter John Lee, Gleiches von der Generation 1985 kurz davor auch eingefordert hatte. Im Jahr 2016 sieht das beim aktuellen Tabellenführer der Deutschen Eishockey- Liga (DEL) aber anders aus mit der Verteilung der Verantwortlichkeiten: Die Generation Rankel ist zwar noch ein Korsett des Teams, aber sie wächst so langsam bei den Eisbären heraus.

André Rankel war jahrelang der beste deutsche Scorer bei den Eisbären, inzwischen fällt diese Rolle Marcel Noebels zu, der mit seinen Angriffspartnern Darin Olver und Barry Tallackson die erfolgreichste Sturmreihe der Eisbären stellt – und auch bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. „Ich glaube schon, dass sich bei uns etwas verschiebt. Die Jungs aus dem 85er Jahrgang werden auch nicht jünger. Und ich bin mit 24 jetzt soweit, eine Führungsrolle auszuüben.“ Entscheidend dafür sind natürlich die Leistungen auf dem Eis. „Er wächst da so langsam rein“, sagt Uwe Krupp. Allerdings müsse Noebels auch konstant gut spielen, „sonst kannst du in der Kabine keine großen Töne spucken.“ André Rankel sieht seinen Nationalmannschaftskollegen diesbezüglich auf einem guten Weg: „Er hat sich bei uns entwickelt und persönlich finde ich es nur gut, wenn bei uns auch andere eine wichtige Rolle in der Mannschaft übernehmen.“

Das Eisbären-Korsett von 1985
Schon wieder drin. Achtmal musste Freiburgs Torwart Hugo Haas am 5. September 2003 hinter sich greifen. Foto: ImagoAlle Bilder anzeigen
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05.02.2016 09:05Schon wieder drin. Achtmal musste Freiburgs Torwart Hugo Haas am 5. September 2003 hinter sich greifen.

Natürlich kommt auch dazu, dass Rankel, Hördler oder Busch in dieser Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatten. Dabei ist die Beharrlichkeit der 85er-Generation durchaus beachtlich. Als die Eisbären zu Beginn der Saison 2003/2004 nach einem unglücklich verlaufenen Trainingslager in Schweden personell schwach aufgestellt waren, schickte der damalige Trainer Pierré Pagé seine 18-Jährigen aufs Eis: Es gab ein rauschendes 8:2 gegen Freiburg. Und seitdem gehören Rankel und die anderen Drei zum Eisbären-Stamm – freilich, seinerzeit waren noch andere 18 Jahre alte Jungprofis am Start. Doch die Karrieren von Matthias Forster – damals gegen Freiburg wie Rankel unter den Torschützen–, Tom Fiedler (heute mit Forster bei Zweitligist Heilbronn), Tobias Draxinger (Oberliga) und Patrick Flynn (Karriere beendet) gingen nicht so steil nach oben.

Am Freitag gegen RB München (19.30 Uhr, Arena am Ostbahnhof) muss Uwe Krupp, der für seinen Ausraster in Düsseldorf zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt wurde, nur Hördler aus dem Quartett der siebenfachen Meister ersetzen. Auch Rankel meldete sich nach seinem verletzungsbedingten Ausscheiden im letzten Spiel wieder fit. Dass die veränderte Hierachie in der Mannschaft der Entwicklung des Teams gut tut, bestätigt auch Manager Stefan Ustorf. „Mit unseren Verpflichtungen zuletzt wollten wir erreichen, dass die Last auf mehr Schultern im Team verteilt wird. Das war unser Ziel und das ist uns gelungen.“

Die Statistik zum Spiel vom 5. September 2003:

Eisbären Berlin – Wölfe Freiburg 8:2 (6:0,1:1,1:1) 
Aufstellung der Eisbären: 1. Block: Shannon, Aldridge; Fairchild, Beaufait, Walker; 2. Block: Hördler, DuPont; Keller, Shearer, Roberts; 3. Block: Leask, Draxinger; Barta, Antons, Busch; 4. Block: Baxmann, Forster, Rankel, Fiedler, Flynn. 

 
1:0 Leask 3:19 (Fairchild, DuPont) 5-4 
2:0 DuPont 4:42 (/) 
3:0 Rankel 4:53 (Forster,Hördler) 
4:0 Forster 10:43 (Busch) 
5:0 Fairchild 12:13 (DuPont,Roberts) 5-4 
6:0 Walker 18:09 (Aldridge) 5-4 
6:1 Slivchenko 24:10 (Gorgenländer) 5-4 
7:1 Leask 39:21 (Busch,Keller) 5-4 
8:1 Shannon 46:01 (Shearer) 5-4 
8:2 D. Danner 54:21 (Slivchenko,Bousquet) 

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